Ein Trecker auf einem Landwirtschaftlich genutzten Feld durchpflügt einen Acker. © NDR Foto: Julius Matuschik

Wie stellen sich Parteien Zukunft der Landwirtschaft vor?

Stand: 22.09.2021 11:06 Uhr

Beim Thema Landwirtschaft spaltet sich die Gesellschaft. Wie kann also ein Kompromiss aussehen? NDR Niedersachsen hat in den Wahlprogrammen der Parteien nachgelesen und bei Abgeordneten nachgefragt.

von Katharina Seiler

Für die einen sind die Bauern Tierquäler und Umweltzerstörer, für die anderen sind sie die Umweltbewahrer, die uns mit Lebensmitteln versorgen. Diese Ansichten zusammenzubringen, das wird eine Aufgabe der nächsten Bundesregierung sein.

Grüne wollen Balance zwischen Ökologie und Wirtschaftlichkeit

Filiz Polat (Grüne) im Portrait. © Filiz Polat
Für die Grüne Polat ist die Herausforderung, Landwirten mit ökologischer Wirtschaft ein gutes Einkommen zu sichern.

Wie sich die Grünen eine zukünftige Landwirtschaft vorstellen? Das ist für Filiz Polat, Grüne Bundestagsabgeordnete aus Osnabrück, ganz einfach: "Unser Ziel ist eine Landwirtschaft ohne Gift, Gentechnik und Tierleid, die gesundes Essen für alle erzeugt und gleichzeitig - und das ist die Herausforderung - unseren Landwirten ein gutes Familieneinkommen sichert."

Linke setzt auf regionale Märkte, SPD auf Wettbewerbsfähigkeit

So sieht das auch die Linke. Sie will eine sozial gerechte Landwirtschaft, die vor allem für den regionalen Markt produziert - mit weniger Tieren in den Ställen und einen geringeren Einsatz von Pestiziden. Das strebt die SPD ebenfalls an. Wobei die Sozialdemokraten wollen, dass eine umweltschonende Landwirtschaft im Wettbewerb mithalten kann.

CDU will finanzielle Unterstützung für Landwirte

Albert Stegemann (CDU) spricht während einer Debatte der Bundestagssitzung. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Soeren Stache
CDU-Politiker Stegemann setzt auf Finanzhilfen, damit Landwirte wettbewerbsfähig bleiben.

Auch die CDU will eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft - mit mehr Tierschutz. Da aber mehr Tierschutz für Bauern teurer sei, solle die Politik ihn finanziell unterstützen, sagt Albert Stegemann, Bundestagsabgeordneter und agrarpolitischer Sprecher der Union. Er betreibt selbst einen Milchviehbetrieb in der Grafschaft Bentheim. "Wir wollen Landwirten beim Umbau der Ställe unterstützen. Denn wir sind im internationalen Wettbewerb und können von den Landwirten nicht erwarten, dass sie die Weiterentwicklung der Tierhaltung aus eigener Tasche zahlen, das würde nur zur Abwanderung der Produktion führen."

FDP will EU-weite Standards, um deutsche Betriebe zu schützen

Gero Hocker (FDP) bei der Landespressekonferenz in Hannover. © DPA bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich
Der Liberale Hocker fürchtet, dass ein nationaler Alleingang zulasten der Landwirte gehen könnte.

Diese Gefahr sieht auch die FDP. Deshalb ist ihr agrarpolitischer Sprecher Gero Hocker aus dem niedersächsischen Achim (Landkreis Verden) gegen deutsche Alleingänge, wenn es um höhere Tierschutzstandards in der Landwirtschaft geht. "Ich glaube, dass für eine zukunftsfähige Landwirtschaft kein Weg daran vorbeiführt, dass man zu europaweiten Regelungen kommt. Wir beobachten, dass bei nationalen Alleingängen die Produkte dann aus dem Ausland auf den deutschen Tellern landen, die zu Standards erzeugt wurden, die man dem deutschen Landwirt nie zugestehen würde." Aus seiner Sicht würde das einen Wettlauf in Richtung niedrigerer Standards hervorbringen, wenn man das nicht europaweit einheitlich regelt, so FDP-Politiker Hocker.

AfD will Landwirte von EU-Subventionen unabhängig machen

Anders die AfD. Sie will auch kleine Betriebe unterstützen, und zwar so, dass die Landwirtschaft gar nicht mehr auf Subventionen der EU angewiesen ist. Schließlich will die AfD, dass Deutschland aus der EU austritt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.09.2021 | 12:00 Uhr

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