Eine Pflegekraft reicht einer im Bett liegenden Person Tabletten und ein Wasserglas © Picture Alliance | Zoonar | lev dolgachov Foto: Zoonar | lev dolgachov

Niedersachsens Kliniken fehlen rund 2.000 Pflegekräfte

Stand: 10.01.2022 16:10 Uhr

In Niedersachsens Kliniken fehlen etwa 2.000 Pflegekräfte. Das schätzt die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft nach einer Umfrage unter den Einrichtungen im Land.

Laut der Erhebung ist der Fachkräftemangel das größte Problem für die Kliniken, so ein Sprecher der Krankenhausgesellschaft (NKG). Der Fachkräftemangel stelle ein erhebliches Problem für personelle Ausstattung und somit für die künftige Entwicklung der Krankenhäuser in Niedersachsen dar. Die Gründe dafür, dass etliche Stellen unbesetzt bleiben, seien aber vielfältig. Natürlich belaste auch die Corona-Pandemie das Personal nachhaltig, sagte der Sprecher dem NDR in Niedersachsen.

Hoher Dokumentationsaufwand

Mehr als 90 Prozent der Kliniken geben zudem an, dass der Dokumentationsaufwand für das Personal in den vergangenen Jahren stark angestiegen sei. Das verkompliziere die Arbeit und wirke den Bemühungen entgegen, die Attraktivität der Arbeitsplätze zu steigern. Beschäftigte in Krankenhäusern müssten von bürokratischen Aufgaben entlastet werden, fordert die NKG.

Videos
Pflegerin begleitet ältere Dame die Treppe herunter.
3 Min

Pflegeheim kämpft mit mehr Gehalt gegen Fachkräftemangel

Seitdem das Heim in Cloppenburg das Gehalt der Pflegekräfte auf 4.000 Euro angehoben hat, gehen mehr Bewerbungen ein. 3 Min

Vier freie Stellen auf eine Pflegekraft

Nach Angaben der Arbeitsagentur Niedersachsen ist der Markt leergefegt. Die Zahl der freien Stellen in der Krankenpflege sei im vergangenen Jahr gewachsen, hieß es weiter. Die Zahl der Bewerber sei allerdings gesunken. Die konkreten Folgen: Auf eine arbeitslose Krankenpflegekraft kommen mittlerweile vier freie Stellen. Zudem dauere es im Schnitt etwa 170 Tage, bis eine freie Stelle in der Krankenpflege besetzt werde, so eine Sprecherin der Arbeitsagentur.

Weniger Auszubildende

Das Klinikum Braunschweig etwa meldet mehr als 30 unbesetzte Stellen in der Pflege. Einer Sprecherin zufolge wollen immer mehr Pflegekräfte im Teilzeit-Modell arbeiten, auch dadurch werde es schwieriger Schichten zu besetzen. Zudem nehme seit Jahren die Zahl der Auszubildenden ab, wodurch in der Folge auch die Zahl der Fachkräfte kleiner wird.

Rund 690 unbesetzte Arzt-Stellen

Mit Blick auf die Stellenbesetzung im ärztlichen Dienst ergeben sich laut der Umfrage ebenfalls erhebliche Probleme. Das haben rund 95 Prozent der Krankenhäuser angegeben. Hochgerechnet auf alle Kliniken in Niedersachsen schätzt die Krankenhausgesellschaft die Zahl der unbesetzten Stellen für Ärztinnen und Ärzten auf 690.

Weitere Informationen
Eine Maske hängt an einerm Infusionsständer im Krankenhaus. © picture alliance/dpa Foto: Christophe Gateau

Kliniken: Auswirkungen von Omikron schwer einzuschätzen

Sie befürchten einen starken Anstieg der Patientenzahlen. Es gelte, jederzeit personelle Kapazitäten vorzuhalten. (08.01.2022) mehr

Eine Krankenschwesten schiebt ein leeres Bett auf einem Krankenhausflur. © Colourbox Foto: Syda Productions

Pflegenotstand: Grüne im Landtag befürchten "Pflexit"

Die Opposition fordert mehr Einsatz für Pflegende. Die Gesundheitsministerin von der SPD verweist auf schon Erreichtes. (15.12.2021) mehr

Eine Pflegefachkraft geht mit einer Bewohnerin durch das Seniorenheim "Mein Zuhause Nienburg". © picture alliance/dpa Foto: Sina Schuldt

Pflegetag: Wie können neue Fachkräfte gewonnen werden?

Die Personalnot in der Alten- und Krankenpflege verschärft sich: In Niedersachsen sind mehr als 1.600 Stellen unbesetzt. (13.10.2021) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.01.2022 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gibt eine Regierungserklärung im niedersächsischen Landtag ab. © dpa-Bildfunk Foto: Ole Spata

Weil will mit Impfpflicht den Corona-Kreislauf durchbrechen

Niedersachsens Ministerpräsident ruft zudem zur Eigenverantwortung auf: Infizierte müssten Kontakte selbst informieren. mehr