Stand: 01.05.2020 09:41 Uhr

Neue Broschüre soll Stalking-Opfern helfen

Ein Stalker beobachtet eine Frau beim Telefonieren © dpa/ Picture-Alliance Foto: Frank Kleefeldt
In Niedersachsen gab es 2019 mehr als 2.000 Ermittlungsverfahren wegen Stalking. (Symbolbild)

Der Landespräventionsrat Niedersachsen hat eine Neuauflage seiner Broschüre für Opfer von Stalking-Straftaten herausgegeben. Die Fallzahlen machten deutlich, wie groß der Bedarf in diesem Bereich ist, teilte das Justizministerium mit. Demnach führten die Staatsanwaltschaften in Niedersachsen im vergangenen Jahr insgesamt 2.131 entsprechende Ermittlungsverfahren.

Havliza rät Stalking-Opfern zu professioneller Hilfe

Stalking bedeute für die Betroffenen eine ganz erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität, sagte Justizministerin Barbara Havliza (CDU). Die Opfer müssten erleben, wie das Stalken ihre alltäglichen Freiheiten immer weiter einschränkt und sich ihr Alltag irgendwann nur noch darum dreht, jeden Kontakt zu ihrem Verfolger zu vermeiden. "Ich kann Betroffenen nur raten, sich professionelle Hilfe zu holen. Unsere Broschüre soll dazu erste Unterstützung geben", betonte Havliza.

Archiv-Video
Illustrationsfoto Stalking / Das gestellte Foto zeigt eine maskierte Person, die mit einem Fernglas durch die Lamellen einer Jalousie hindurch eine Frau beobachtet © picture-alliance/ ZB Foto: Hans Wiedl
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Broschüre bietet Tipps für Betroffene

Auf knapp 20 Seiten klärt die Broschüre darüber auf, was unter Stalking zu verstehen ist, welche Ziele die Täterinnen und Täter verfolgen und unter welchen Folgen die Opfer oftmals zu leiden haben. Insbesondere gibt die Broschüre Tipps und Hilfestellungen für Stalking-Opfer. Neu hinzugefügt wurden in der aktuellen Auflage Hinweise zum Thema Cyberstalking, zum Beispiel zur Funktionsweise von Spionage-Apps. Die Broschüre kann in der Geschäftsstelle des Landespräventionsrats im Justizministerium kostenlos bestellt werden. Sie steht auf der Internetseite zudem kostenlos zum Download bereit.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 30.04.2020 | 17:00 Uhr

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