Stand: 29.03.2019 14:27 Uhr

Messerattacken: Land plant Bundesratsinitiative

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) will mithilfe einer geplanten Bundesratsinitiative gefährliche Messer aus dem öffentlichen Raum weitgehend verbannen. (Themenbild)

Nach dem Willen von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) soll das Mitführen bestimmter Messer bald stärker eingeschränkt werden. Er reagiert damit auf die Debatte um eine mögliche Zunahme von Messerattacken. Deshalb plant sein Haus nach eigenen Angaben noch vor der parlamentarischen Sommerpause eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Waffenrechts.

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"Einrichtung von Verbotszonen erleichtern"

Die Länder müssten im Einvernehmen mit den Städten und Gemeinden noch künftig leichter Waffenverbotszonen einrichten können, sagte Pistorius. Im Fokus stehen Messer mit einer feststehenden Klinge bis zu zwölf Zentimetern Länge. Längere Klingen seien nach dem Waffengesetz schon jetzt verboten. "Wir wollen erreichen, dass nur noch das Mitführen von Messern mit einer Klingenlänge bis zu sechs Zentimetern erlaubt ist", sagte Pistorius dem NDR Fernsehen. Das Verbot soll zudem seitlich aufspringende Messer mit mehr als achteinhalb Zentimetern langen Klingen betreffen.

Pistorius will Springmesser verbannen

Dem Minister zufolge sollen Messer an Orten mit vielen Menschen auf engem Raum, etwa in Fußgängerzonen, Einkaufszentren sowie im Umfeld von Kindergärten und Schulen. Nach den Worten von Boris Pistorius brauche kein Mensch solche Messer im öffentlichen Raum. Springmesser sollten gar nicht mehr in der Öffentlichkeit getragen werden dürfen. Bei Zuwiderhandlungen drohe eine Beschlagnahme der Messer sowie Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit, bei Springmessern sogar eine Freiheitsstrafe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 29.03.2019 | 15:30 Uhr

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