Stand: 15.08.2020 08:31 Uhr

Land stützt Jugendherbergen mit 30 Millionen Euro

Ein Teppich liegt im Eingang einer Jugendherberge. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch
Die Jugendherbergen machen durch die Corona-Pandemie massive Verluste. Die Betreiber hoffen aufs kommende Jahr.

Wegen der Corona-Pandemie rechnen die 53 Jugendherbergen in Niedersachsen in diesem Jahr mit einem Umsatzeinbruch von rund zwei Dritteln. Das liege vor allem an fehlenden Klassenfahrten. Um die Verluste etwas abzufedern, will das Land Niedersachsen den Einrichtungen deshalb 29,8 Millionen Euro zur Verfügung stellen, wie Sozialministerin Carola Reimann (SPD) am Freitag bei einem Besuch in Oldenburg ankündigte. Das Geld dafür werde aus dem zweiten Nachtragshaushalt bereitgestellt, das Bewilligungsverfahren werde "in Kürze" abgeschlossen.

VIDEO: Corona Kompakt: 30 Millionen für Jugendherbergen (2 Min)

Fast alle Herbergen im Nordwesten wieder geöffnet

Im Nordwesten des Landes hätten mit Ausnahme von Bad Bentheim (Landkreis Grafschaft Bentheim) und Esens (Landkreis Wittmund) alle Jugendherbergen wieder geöffnet, sagte Thorsten Richter, Geschäftsführer von "Die JugendHerbergen gemeinnützige GmbH". Die Jugendherberge in Bremen werde bis Mitte Dezember für die Unterbringung Geflüchteter genutzt. Während der Sommerferien gebe es in einigen Jugendherbergen noch freie Plätze. Wegen der Corona-Regeln dürfen jedoch nicht alle Zimmer belegt werden. Deshalb seien einige Häuser gerade an der Nordseeküste über die Ferien ausgebucht.

Wenige Anfragen von Schulen für dieses Jahr

Dass sich die Umsätze der Herbergen dieses Jahr noch erholen, glaubt Richter nicht. Die Öffnung unter Corona-Auflagen sei wirtschaftlich kaum besser als eine Schließung. Zwar gebe es viele Gäste im Juli und August an beliebten touristischen Hotspots. Aber auch an diesen Standorten fehlten Schulklassen und Gruppen über das gesamte Jahr. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte angeordnet, alle Klassenfahrten, Austauschprogramme und Schulausflüge bis zum Schuljahresende abzusagen. Die Nachfrage vor allem von Gruppen und Klassen für das neue Schuljahr sei gering, teilten die Einrichtungen im Nordwesten mit. Für die Herbstferien stiegen hingegen die Buchungszahlen von Familien.

Hoffnung auf 2021: Herbergen gut gebucht

Die Jugendherbergen im Nordwesten setzen auf steigende Gästezahlen im kommenden Jahr. Die Nachfrage für 2021 sei über alle Gästegruppen hinweg gut, sagte Thorsten Richter. Zu dem Verbund gehören Herbergen auf den Ostfriesischen Inseln im Norden bis nach Osnabrück im Süden und von Bad Bentheim im Westen bis nach Rotenburg an der Wümme im Osten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 14.08.2020 | 17:00 Uhr

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