Stand: 12.03.2020 22:22 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Kriminalstatistik: Straftaten auf historischem Tief

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Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Einbrüche in Niedersachsen erneut gesunken (Symbolfoto).

Die Zahl der Straftaten ist in Niedersachsen auf einen historischen Tiefststand gesunken. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2019 hervor, die Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Donnerstag in Hannover vorgestellt hat. Demnach wurden 506.582 Fälle registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der zur Anzeige gebrachten Kriminalfälle allerdings nur marginal. Weiter gestiegen ist dagegen die Aufklärungsquote: Sie kletterte gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Prozent auf 63,4 Prozent. Laut Innenministerium ist das der höchste Stand seit 1990.

Einbrüche: Niedrigster Stand seit fast 50 Jahren

Besonders stark zurückgegangen ist mit mehr als 15 Prozent die Zahl der Wohnungseinbrüche: Nach 11.202 Fällen im Jahr 2018 gab es im Jahr 2019 nur noch 9.456 Einbrüche. Dies sei der niedrigste Stand bei Wohnungseinbrüchen seit 1971, hieß es. Der Bundestrend ist ähnlich: 2018 gab es laut Kriminalstatistik in Deutschland 97.500 erfasste Wohnungseinbrüche - das war die niedrigste Zahl seit mindestens 20 Jahren.

Deutlicher Anstieg bei Sexualstraftaten

Anhand der PKS werden auch negative Entwicklungen sichtbar: So haben die Sexualstraftaten deutlich zugenommen. 2019 wurden 8.045 Fälle registriert - 20 Prozent mehr als 2018 (6.669 Fälle). Angestiegen sind vor allem Fälle von sexueller Belästigung, während Vergewaltigungen dagegen leicht zurück gingen. Vier von fünf Tatverdächtigen bei Sexualstraftaten sind laut PKS Deutsche. Alle Straftaten zusammengenommen liegt der Anteil der Deutschen bei rund drei Viertel. Wie viele davon am Ende auch die tatsächlichen Täter waren, geht aus den Statistiken nicht hervor.

Mehr Gewalt gegen Polizeibeamte

Einen deutlichen Anstieg verzeichnen die Behörden bei der Gewalt gegen Polizeibeamte. In 3.260 Fällen seien Polizisten Opfer gewesen. Diese reiche von Widerstand über tätliche Angriffe bis zur Körperverletzung. Gegenüber 2018 stieg die Zahl um rund 250. Die sei die höchste Zahl polizeilicher Opfer von Gewalt, hieß es. Um Beamte besser zu schützen, setzt das Land auf Bodycams: Diese sollen bis Ende des Jahres landesweit eingeführt werden. Rechtliche Grundlage ist das lange umstrittene neue Polizeigesetz, das der Landtag im Mai 2019 verabschiedet hat. Die Bodycams waren vor drei Jahren bei einem Pilotprojekt der Polizeiinspektion Hildesheim getestet und als hilfreich bewertet worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.03.2020 | 14:00 Uhr

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