Gedenken an Corona-Tote: Viele Aktionen in Niedersachsen

Stand: 18.04.2021 16:42 Uhr

Bundesweit haben die Menschen am Sonntag der Corona-Toten gedacht. Neben einer zentralen Gedenkfeier in Berlin gab es auch in Niedersachsen Aktionen zum Gedenken an Opfer und Hinterbliebene.

Überall im Land wurden die Staatsflaggen auf Halbmast gesetzt. In Andachten, Fürbittengebeten und mit Glockengeläut wurde an die Corona-Toten erinnert. Vertreter von Kirchen und Kommunen appellierten an den Gemeinsinn. So betonte Braunschweigs Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD) in einem Gedenkgottesdienst, in der Krise "sind wir als Gemeinde, als Gemeinschaft aufeinander angewiesen". In der schwersten globalen Krise seit 1945 sei es wichtig innezuhalten, um würdevoll Abschied zu nehmen.

"Das Leiden und das Leugnen, beides ist globale Realität"

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) beteiligte sich an einer Blumenzeremonie an der Ruine der Nikolaikapelle in Hannover. Im Landkreis Cuxhaven öffneten Kirchen zum stillen Gedenken. Es sei Zeit zu trauern und zu trösten, Ängste und Nöte miteinander zu teilen, sagte Braunschweigs evangelischer Propst Lars Dedekind. "Das Leiden und das Leugnen, beides ist globale Realität." Jetzt sei eigentlich Nähe wichtig. Aber dieses Grundbedürfnis könne gerade aufgrund der Pandemie nicht gestillt werden. Deshalb sei das gemeinsame Erinnern um so wichtiger. Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos) sagte, dass angesichts von mehr als 100 Corona-Toten im Landkreis wichtig sei, der Trauer einen Raum zu geben.

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In der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wird ein ökumenischer Gottesdienst für die Verstorbenen der Corona-Pandemie gefeiert.  Foto: Gordon Welters/KNA-POOL/dpa

Gedenkfeiern für die Todesopfer in der Corona-Pandemie

Auch in Norddeutschland ist der an Covid-19 verstorbenen Menschen gedacht worden. Die zentrale Veranstaltung fand in Berlin statt. mehr

"Covid-19 kann alle treffen"

Im Gespräch NDR Info betonte auch die hannoversche Regionalbischöfin Petra Bahr, das kollektive Innehalten sei wichtig. Es erinnere an die eigene Verletzlichkeit und "macht deutlich: Covid-19 kann alle treffen, zerstört Liebesgeschichten, Familiengeschichten, Beziehungen". Es seien oft in Einsamkeit eben nicht nur Hochbetagte gestorben, "die ganze Gesellschaft ist eine Risikogruppe, betonte die evangelische Theologin, die auch dem Deutschen Ethikrat angehört.

Mehr als 5.000 Corona-Tote in Niedersachsen

Seit dem Beginn der Pandemie starben in Niedersachsen mehr als 5.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, bundesweit waren es etwa 80.000 Menschen.

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Vor dem Schweriner Schloss sind die Flaggen auf Halbmast gesetzt. © NDR Foto: Franz Fanter

Zum Gedenken an Corona-Tote Flaggen auf Halbmast

Auch Mecklenburg-Vorpommern beteiligte sich am bundesweiten Gedenken an die Opfer der Pandemie. mehr

Eine brennende Kerze steht zur Corona-Gedenkaktion in einem Fenster © Imago Foto: Sascha Ditscher

Schleswig-Holsteiner gedenken der Opfer der Corona-Pandemie

Bürger waren dazu aufgerufen, sich an den Gedenkfeiern zu beteiligen und am Abend Kerzen in die Fenster zu stellen. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 18.04.2021 | 19:30 Uhr

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