Stand: 12.04.2019 17:58 Uhr

#FridaysForFuture: In den Ferien auch mit Lehrern

In Hannover haben die Klimaschützer am Freitag eine Fahrrad-Demonstration organisiert.

Mehr als 2.000 Kinder, Jugendliche und Unterstützer haben am Freitag in Niedersachsen unter dem Motto #FridaysForFuture für den Klimaschutz protestiert. Neben Demonstrationen in Hannover, Göttingen, Oldenburg und Lüneburg gingen auch Schüler auf Wangerooge auf die Straße - und das trotz Osterferien. "Der Klimawandel macht auch keine Ferien", sagte die 18-jährige Mitinitiatorin Paula Seidensticker aus Celle. Bei den Streiks der vergangenen Wochen sei es den Schülerinnen und Schülern nie darum gegangen, den Unterricht zu schwänzen: "Es geht uns darum, auf die Missstände in der Klimapolitik aufmerksam zu machen, und darum, dass endlich etwas getan werden muss."

Radfahrer bei einer Demo

Fridays for Future: Demos auch in den Ferien

Hallo Niedersachsen -

Auch in den Schulferien haben Schüler bei Winterwetter in mehreren niedersächsischen Städten für mehr Klimaschutz demonstriert. Die Polizei zählte insgesamt rund 2.500 Teilnehmer.

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Lehrer, Eltern und andere Unterstützer dabei

"Wir sind sehr zufrieden", sagte #FridaysForFuture-Sprecherin Ylva Manhardt zu NDR.de. Allein in Göttingen seien rund 500 Menschen zu der Kundgebung gekommen, die Polizei schätzt ihre Zahl auf 450. Außer der Aktion Mitte März mit rund 1.500 Teilnehmern habe deren Zahl sonst zwischen 300 und 400 geschwankt, so Manhardt weiter. Neben Schülern hätten auch Lehrer, Eltern, Rentner und Studierende für den Klimaschutz protestiert. "Das ist immer ein schöner Moment", sagte Manhardt weiter. "Wir hoffen natürlich, dass sie auch außerhalb der Ferien zu unseren Demos kommen."

Weitere Informationen

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750 Teilnehmer in Braunschweig, 550 in Hannover

Die größte Protestaktion fand am Freitag mit 750 Teilnehmern in Braunschweig statt. Zur zweitgrößten Demo versammelten sich in der Landeshauptstadt Hannover rund 550 Menschen zu einer Fahrrad-Demo mit Kundgebung. Damit wollten sie Alternativen für den Autoverkehr aufzeigen, sagte die 17-jährige Mitorganisatorin Lou Töllner. Autos nähmen nicht nur Platz weg und erzeugten Lärm, sondern wirkten sich vor allem auf das Klima negativ aus. Die hannoverschen Schüler fordern im Zuge einer "Verkehrswende" unter anderem mehr öffentliche Mittel für Nah- und Fernverkehr. Am Donnerstag hatten sie mit Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette darüber diskutiert. "Wir sind sehr frustriert von dem Gespräch mit dem Oberbürgermeister", teilten die Organisatoren anschließend mit. Obwohl Hannover die Klimaziele von 2020 katastrophal verfehlen werde, würden keine ausreichenden Konsequenzen gezogen.

Proteste reichen bis nach Wangerooge

In Göttingen versammelten sich den Angaben der Polizei zufolge 300 Jugendliche. "Mit jeder einzelnen Demonstration und jedem einzelnen Streik zeigen wir der Politik, dass wir eine Zukunft haben wollen" sagte dort Mitinitiatorin Eli Wiedenbruch. In Peine und Celle gingen laut Polizei jeweils rund 200 Jugendliche auf die Straße, in Lüneburg 150 und in Oldenburg 60. Auf der ostfriesischen Insel Wangerooge versammelten sich laut örtlicher Polizei rund 100 Kinder und demonstrierten vor einem Café für den Klimaschutz. Angemeldet und initiiert war die Versammlung von zwei aus Bremen stammenden Kindern, die auf der Insel zu Gast sind. Eine Woche lang hatten sie zusammen mit 30 Kindern in ihrer Ferienfreizeit am Stand Müll gesammelt und präsentierten das Ergebnis unterstützt von mehreren Transparenten, so die Polizei weiter.

15. März: Schüler protestieren in Niedersachsen

"Wir werden nicht so schnell aufhören"

Die Initiative #FridaysForFuture hat in kürzester Zeit Anhänger auf der ganzen Welt gefunden. Und auch in Niedersachsen gehen Schüler nun jeden Freitag für mehr Klimaschutz auf die Straße. Kürzlich hat die Bewegung ihre Forderungen an die Politik veröffentlicht:

  • "Nettonull" von Treibhausgasen bis 2035
  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035

Oft wird kritisiert, dass die Schüler ausgerechnet während der Unterrichtszeit demonstrieren. "Aber damit wollen wir unsere Hauptaussage deutlich machen", sagte Manhardt. "Wenn wir keine Zukunft haben - wofür sollen wir lernen?" Dass sie in den Ferien nun auch auf die Straße gehen, sei dabei kein Widerspruch: "Damit wollen wir zeigen, dass wir auch in unserer Freizeit dabei sind." Gestreikt werden soll, bis die Politik handelt. "Wir werden nicht so schnell aufhören."

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 12.04.2019 | 19:30 Uhr

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