Stand: 11.03.2020 19:15 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Coronavirus: Land sagt Großveranstaltungen ab

Niedersachsen sagt wegen der Coronavirus-Epidemie Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern ab. Das hat Gesundheitsministerin Carola Reimann am Mittwoch in Hannover gesagt. Dieser Erlass gelte ohne zeitliche Einschränkung. "Wir haben es mit einem Infektionsgeschehen zu tun, das eine sehr hohe Dynamik hat, und wir haben den Höhepunkt noch nicht erreicht", sagte die SPD-Politikerin. "In Niedersachsen gilt: Sicherheit und Gesundheit gehen vor."

"Jede Veranstaltung auf dem Prüfstand"

Es dürfe auch nicht der Eindruck entstehen, dass Veranstaltungen mit weniger Teilnehmern per se bedenkenlos seien. "Jede Veranstaltung in Niedersachsen steht auf dem Prüfstand", sagte Reimann. Zudem dürfen Menschen, die sich in Risikogebieten aufgehalten haben, Schulen, Kindergärten, Pflegeheime und Hochschulen nicht betreten, so Reimann. Ziel sei es, mit den Maßnahmen die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

96 gegen Dresden wird "Geisterspiel"

Von der Regelung sind auch Fußballspiele der oberen Spielklassen betroffen. Das Zweitliga-Heimspiel von Hannover 96 gegen die SG Dynamo Dresden am Sonntag wird damit aller Voraussicht nach als sogenanntes Geisterspiel, also ohne Zuschauer, stattfinden. Laut Landesgesundheitsamt schließt der Erlass auch Theatervorstellungen und Versammlungen in Gaststätten ein.

Mehrere Bundesländer verhängen Verbote

Das Land folgt damit den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Bremen, Thüringen und Bayern, die ebenfalls keine Ereignisse mit mehr als 1.000 Teilnehmern mehr erlauben. Damit folgen die Bundesländer den Empfehlungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

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Reimann: Keine Schließung von Schulen und Kitas

Bereits am Dienstag hatten die Region Hannover und die Stadt Braunschweig große Veranstaltungen verboten. Gesundheitsministerin Reimann hatte sich am Dienstag noch gegen eine landesweit geltende Anordnung ausgesprochen. Es habe sich aber herausgestellt, dass es zu kompliziert sei, jede einzelne Veranstaltung zu überprüfen. Zudem hätten sich die Menschen und lokalen Behörden im Land mehr Orientierung gewünscht, erklärte Reimann. Die Ministerin sprach sich auch weiterhin gegen eine generelle Schließung von Schulen und Kindergärten aus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.03.2020 | 13:00 Uhr

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