Stand: 08.09.2020 15:06 Uhr

Corona-Verordnung wird Prostitution neu regeln

Die Prostitution gehört zu den Gewerben, die unter den Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie besonders stark leiden. In Kürze sollen Prostituierte aber fast im ganzen Norden wieder arbeiten dürfen. Wie Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Dienstag mitteilte, haben sich Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen darüber verständigt, Prostitution vom 15. September an unter strengen Hygiene-Auflagen wieder zuzulassen. Niedersachsen ist hier allerdings schon einen Schritt weiter.

Videos
Ein leeres Bett mit drei Kissen mit Löwenköpfen darauf
3 Min

Corona-Pandemie bringt Sexarbeiterinnen in Not

Wegen der Corona-Gefahr dürfen Bordelle nach wie vor nicht öffnen. Das bringt Sexarbeiterinnen in finanzielle Nöte. Am Tag der offenen Tür machte auch ein Club in Emden darauf aufmerksam. (16.07.2020) 3 Min

Regeln werden in neuer Verordnung verankert

Der Grund ist eine richterliche Entscheidung: Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg von Ende August dürfen Bordelle und andere Prostitutionsstätten in Niedersachsen bereits jetzt wieder öffnen, auch die Straßenprostitution ist erlaubt. Die Betreiber müssen dafür Hygienekonzepte erstellen und die Dienstleisterinnen bei der Arbeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Außerdem sollen die Kontaktdaten der Kunden erfasst werden. Mitte des Monats wird die Erlaubnis dann auch in Niedersachsen offiziell: Am 14. September will das Land die neue Corona-Verordnung herausgeben. Darin sollen dann auch die neuen Regelungen zur Prostitution verankert sein.

Abwanderungen in Nachbarländer vermeiden

In Bremen stehe ebenfalls eine Gerichtsentscheidung an, sagte Senatorin Leonhard. Neben den Urteilen sei für die Wiederzulassung ausschlaggebend, dass diese gemeinsam mit den Nachbar-Bundesländern erfolge, um Abwanderungen zu vermeiden.

Weitere Informationen
Prostituierte sitzen an der Bar eines Bordells. © dpa Picture-Alliance Foto: Oliver Berg

Bordelle dürfen unter Auflagen wieder öffnen

Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg dürfen Bordelle trotz Corona wieder Kunden empfangen. Prostitution sei wie andere körpernahe Dienstleistungen zu bewerten. (28.08.2020) mehr

Die Prostituierten Zhulieta (links) und Monika unterhalten sich in der Braunschweiger Bruchstraße. © NDR

Ausländische Prostituierte: Ohne Geld und Familie

Viele Prostituierte, wie die in der Braunschweiger Bruchstraße, trifft die Corona-Krise schwer. Sie verdienen nichts, sind nicht versichert und sitzen fernab der Heimat fest. (05.05.2020) mehr

Coronavirus
Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht einen Covid-19-Impfstoff für eine Impfung auf eine Spritze. © picture alliance/Sven Hoppe Foto: Sven Hoppe

Corona: Niedersachsen positioniert sich vor dem Gipfel

Getestete könnten laut Ministerpräsident Weil mehr Freiheiten bekommen. Für Schulen könnte es einen Sonderweg geben. mehr

Laborproben in Reagenzgläsern werden in einem Ständer gehalten. © dpa Foto:  Sven Hoppe

Corona: Alle wichtigen Zahlen aus Niedersachsen

Wie viele bestätigte Coronavirus-Infektionen gibt es in Niedersachsen? Wie viele sind gestorben? Wie entwickelt sich die Zahl der Neuinfektionen? Hier finden Sie wichtige Zahlen. mehr

Ein Friseur schneidet einer Kundin die Haare, beide tragen FFP2-Masken. © dpa/APA Foto: Roland Schlager

Corona-News-Ticker: Friseure dürfen wieder Haare schneiden

In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein können ab heute auch Gartencenter öffnen. Mehr Corona-News im Live-Ticker. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 01.09.2020 | 06:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Desinfektionsmittel steht auf einem Tresen eines Friseursalons.  Foto: Peter Jagla

Ende der Corona-Frisur: Salons ab heute wieder geöffnet

Fast alles ist zu, aber die Friseure dürfen nun wieder Kunden empfangen. Es gelten neue Hygiene-Vorschriften. mehr