Stand: 19.01.2019 14:46 Uhr

Zum Abschied gibt es einen Strandkorb für Merkel

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Die Landes-CDU hat Angela Merkel nach ihrem Rückzug aus dem Landesvorstand einen Strandkorb geschenkt.

Zum Abschied gab es einen Strandkorb: Und Bundeskanzlerin Angela Merkel saß gleich mal Probe. "Sehr schön", lobte sie das Geschenk in Landesfarben und mit Bullauge an der Seite. Die CDU Mecklenburg-Vorpommerns hat auf ihrem Parteitag in Rostock "ihre" Kanzlerin gefeiert - und ihr das Extra-Präsent, gefertigt auf Usedom, spendiert. Der Anlass: Merkel hat nach ihrem Rückzug vom Parteivorsitz Anfang Dezember automatisch auch ihren Sitz im Landesvorstand verloren - nach mehr als 25 Jahren.

Brexit: Merkel will vertragliche Lösung

Merkel sagte vor den Delegierten, sie sei "froh und auch ein bisschen stolz", dass der Übergang zu ihrer Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer "so gut gelungen ist". Ansonsten bot die Kanzlerin das, was die Basis von ihr gewohnt ist: einen kurzen Einblick in die Deutschland-, Europa- und Weltlage über gut 20 Minuten. Mit Blick auf die Brexit-Querelen sagte sie, sie werde bis zum "letzten Tag dafür arbeiten, dass wir eine vertragliche Lösung für den Austritt Großbritanniens finden". Der Trennungsprozess müsse so verantwortlich geschehen, dass man in 50 Jahren nicht den Kopf schüttele und sich frage, warum "wir nicht in der Lage gewesen sind, einen Kompromiss zu finden". Großbritannien bleibe auch nach einem Brexit ein Teil Europas und ein wichtiger Partner.

Auf Wolke sieben wegen Umfrage-Hoch

Am Ende gab es zwei Minuten stehenden Applaus. Merkel meinte, noch sei sie ja nicht weg, und sie werde sicher noch auf dem einen oder anderen Landesparteitag erscheinen. Die CDU im Nordosten jedenfalls ist nach der Debatte um die Flüchtlingspolitik längst wieder im Reinen mit Merkel. "Sie ist die beliebteste Politikerin in Deutschland", rief Fraktions- und Landeschef Vincent Kokert den Delegierten zu. Er ist nach der jüngsten Umfrage zur politischen Stimmung im Nordosten auf Wolke sieben. Seine Partei liegt gleichauf mit der SPD. Der 40-Jährige schwor seine Partei auf den bevorstehenden Kommunalwahlkampf ein und forderte die Christdemokraten auf, das direkte Gespräch mit dem Wähler zu suchen: "Nicht vor'm Edeka stehen, mit einem Sonnenschirm verbarrikadiert hinter irgendeinem Stand, da kommt keiner."

Kokert: CDU ist Garant für Selbstverwaltung der Gemeinden

Kokert will seine Partei wieder zur stärksten kommunalpolitischen Kraft im Land machen. Die CDU sei der Garant für die Selbstverwaltung der Gemeinden und für ausreichende Finanzen. Mit der Union werde es auch keine von oben diktierte Gemeinde-Strukturreform geben. Die jüngsten Forderungen des Städte- und Gemeindetags nach mehr Landeshilfen unterstützte er. Mit Hinweis auf die SPD sagte er: "Wir sind nicht der Bremsklotz".

Neues Kurzmotto: "MV - Mit Vernunft"

Für den Wahlkampf wollen Kokert und auch sein Generalsekretär Wolfgang Waldmüller der Basis neuen Schwung verpassen - auch mit einem neuen "Werbeauftritt". Die CDU gibt sich dabei ein neues Kurzmotto. Das Landeskürzel MV übersetzt sie so: "Mit Vernunft". Doch die Delegierten zeigten sich eher müde. Bei der Aussprache zu den kommunalpolitischen Leitsätzen gab es kaum Wortmeldungen. Das Papier wurde ohne große Debatte einstimmig verabschiedet. Darin heißt es, der ländliche Raum werde wieder interessant für den Zuzug. Die CDU will vorbereitet sein, der Wohnungsbau müsse angekurbelt werden, Bus und Bahn müssten attraktiver werden und die Mobilfunknetze auf dem Land gehörten ausgebaut.

Viel Beifall für Rostocks OB-Kandidat Madsen

Einen reichlich beklatschten Auftritt hatte der CDU-Oberbürgermeister-Kandidat für Rostock, Claus Ruhe Madsen (parteilos). Der Präsident der IHK warb vehement für ein Umsteuern in der Verwaltung. Die müsse möglich machen und nicht verhindern. Wenn es der Wirtschaft gut gehe, dann helfe das auch den Bürgern. Und manchmal sei es besser, weniger zu reden und einfach 'mal zu machen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.01.2019 | 13:00 Uhr

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