Grabsteine im Nebel © Pixabay Foto: Neil Chapell

Volkstrauertag in MV: Gedenken an Opfer von Krieg und Gewalt

Stand: 14.11.2021 06:58 Uhr

Am Volkstrauertag wird an vielen Orten des Landes an die Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft aller Nationen erinnert. Seit 1952 wird der Gedenktag zwei Wochen vor dem ersten Advent begangen.

Der Volkstrauertag gehört nach dem Feiertagsgesetz zu den sogenannten stillen Feiertagen. So sind beispielsweise Tanzveranstaltungen an diesem Sonntag untersagt.

Gedenkveranstaltungen an 54 Orten in MV

An 54 Orten in Mecklenburg-Vorpommern werden am heutigen Sonntag Kriegsgräber und Gedenkstätten geputzt und Kränze niedergelegt. Zur Gedenkveranstaltung in Kröpelin wird Sozialministerin Drese (SPD) erwartet. Auch an anderen Orten kommen Vertreter aus Politik und Gesellschaft zusammen, um vor allem der Toten beider Weltkriege zu gedenken. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nahm um 10 Uhr an einer Kranzniederlegung auf dem Altem Friedhof in Schwerin teil. Um 11 Uhr hielt sie im Schweriner Schloss eine Rede auf der Gedenkveranstaltung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Sie sagte: "Es liegt an uns, den Frieden in unserem Land zu bewahren und uns für den Frieden auf der Welt einzusetzen. Aus Erinnerung und Trauer wachsen Verantwortung und Verpflichtung. Nur, wenn wir die Erinnerung an die Geschichte wachhalten und weitergeben, können wir uns gut auf die Zukunft vorbereiten."
Am Vormittag fanden zudem auch in Grevesmühlen, in Torgelow, Pasewalk sowie in Greifswald Gedenkveranstaltungen statt, mittags in Anklam, Röbel, Teterow und Putbus. Die letzten Veranstaltungen am heutigen Volkstrauertag gibt es 14 Uhr in Rostock, Gnoien, Neustrelitz und Neubrandenburg.

Volkstrauertag auch auf dem Golm (Usedom)

Auf Mecklenburg-Vorpommerns größter Kriegsgräberstätte, dem Golm auf Usedom, ganz in der Nähe der polnischen Stadt Swinemünde, erinnern gemeinsam um 14 Uhr Deutsche und Polen an die Opfer von Krieg und Terrorherrschaft. Die Ansprache auf der vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und von der Jugendbegegnungsstätte Golm organisierten Gedenkstunde hält in diesem Jahr der Vorstand der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, Jan Holze.

In den letzten Kriegswochen wurde die damals noch deutsche Stadt Swinemünde bombardiert. Die Historiker gehen davon aus, dass dabei mindestens 5.000 Menschen ums Leben kamen. Als am 12. März 1945 Swinemünde bombardiert wurde, waren viele Flüchtlinge, Kriegsgefangene, Soldaten und auch viele Zivilisten in der Stadt. Viele von ihnen kamen ums Leben und wurden auf dem Golm beigesetzt. Deshalb ist der einstige Hausberg von Swinemünde heute die größte Kriegsgräberstätte Mecklenburg-Vorpommerns.

Weitere Informationen
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Grabsteine von Kriegsgräbern auf dem Friedhof Hamburg-Ohlsdorf © imago images/Hauke Hass

Volkstrauertag: Gedenken an Opfer von Gewalt

Der Volkstrauertag gehört zu den "stillen Feiertagen". Seit 1922 erinnert er an die Opfer von Kriegen und Gewalt. Im Bundestag spricht der Bundespräsident das Totengedenken. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.11.2021 | 07:00 Uhr

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