Mäusebussard © NDR Foto: Karl-Heinz Fritschek aus Neubrandenburg

Vogelgrippe erreicht MV: Virus bei einem Bussard nachgewiesen

Stand: 31.10.2020 19:03 Uhr

Auf Rügen ist am Montag ein verendeter Mäusebussard gefunden worden. Experten am Friedrich-Loeffler-Institut haben jetzt nachgewiesen, dass das Tier mit dem Vogelgrippe-Virus H5N5 infiziert war.

Das gab das Landwirtschaftsministerium am Sonnabend in Schwerin bekannt. Erst am Freitag war die Geflügelpest bereits bei Wildvögeln in Nordfriesland und Hamburg nachgewiesen worden. "Die Seuchenexperten des FLI hatten uns ja gewarnt, dass die Vogelgrippe auf dem Vormarsch ist. Nun ist es soweit und wir haben den ersten Fund. Das ist ein Grund zur Sorge, aber kein Anlass zur Panik", so Agrarminister Till Backhaus (SPD). Die Vogelgrippe ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Die hochpathogene Variante verläuft bei Hausgeflügel mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen. Sie kann laut Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald auch auf den Menschen übertragen werden.

Agrarminister rät Geflügelhaltern, noch achtsamer zu sein

Schild mit der Aufschrift "Geflügelpest Sperrbezirk"
Zuletzt wurde 2018 in einem Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern Geflügelpest festgestellt.

Laut einer Sprecherin des Kreises Vorpommern-Rügen werden jetzt präventive Maßnahmen ergriffen. Es gehe dabei um den Schutz der Geflügelbetriebe, bei denen das Weihnachtsgeschäft ansteht. Der Kreis erarbeitet aktuell eine Tierseuchenverfügung für die Region. Backhaus appellierte an Geflügelhalter, jetzt besonders achtsam zu sein. Das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt müsse bei unklaren Krankheits- und Todesfällen informiert werden. Zudem dürfe Wildvögeln kein Zugang zu Futter gewährt werden. Es müsse unbedingt verhindert werden, dass das Virus in die Nutztierbestände eingetragen werde. Der Minister riet Geflügelhaltern, Bestände, die zur Schlachtung anstehen, bereits jetzt zu schlachten.

Mehrere infizierte Tiere in Russland und Kasachstan entdeckt

Bereits vor einer Woche hatte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister alle Geflügelhalter vor der Geflügelpest gewarnt, weil in Russland und Kasachstan mehrere infizierte Tiere entdeckt worden waren - sowohl Wildvögel als auch Hausgeflügel. Die betroffene Region am Rand des westsibirischen Tieflands ist ein Rastgebiet für tausende Wasservogelarten, die in Europa überwintern. Ein plötzlicher Kälteeinbruch könnte dafür sorgen, dass die Tiere früher als üblich nach Deutschland kommen und damit auch das hoch ansteckende Virus, so Backhaus.

Infizierte Schwäne in den Niederlanden

Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit auf der Insel Riems stufte das Risiko als hoch ein. In den Niederlanden wurden bereits zwei infizierte Höckerschwäne entdeckt. Backhaus rief dazu auf, tote Wildvögel unverzüglich zu melden. Ansprechpartner sind die Veterinärämter. In Mecklenburg-Vorpommern wurde die Geflügelpest zuletzt im September 2018 im Bestand eines privaten Bestands festgestellt.

Weitere Informationen
Till Backhaus (SPD), Umweltminister in Mecklenburg-Vorpommern, bei einer Pressekonferenz. © dpa bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Minister Backhaus warnt vor Geflügelpest

Der gefährliche Erreger könnte mit Zugvögeln aus Westsibirien nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. mehr

Die Epidemie begann am 14. Februar 2006 an der Fähre nach Rügen.

Friedrich-Loeffler-Institut: Hohes Vogelgrippe-Risiko

In Russland und Kasachstan ist das Virus zuletzt gehäuft aufgetreten - ähnlich wie bei vorherigen Ausbrüchen. mehr

Gänse

Fragen und Antworten zur Geflügelpest

Nach Entdeckung des Vogelgrippe-Erregers H5N8 sind Verbraucher und Geflügelhalter in Norddeutschland in Alarmbereitschaft. Wie gefährlich ist das Virus für Mensch und Tier? mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 31.10.2020 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Eine Frau hält die Hände einer anderen Person © Colourbox Foto: Pressmaster

Corona-Hilfe für den Norden: NDR startet Benefizaktion

Die Corona-Pandemie trifft benachteiligte Menschen hart. "Hand in Hand für Norddeutschland" setzt sich für sie ein. mehr

Volkstheater-Schauspieler bei einem Aktionstag in Rostock © Silvio Kaczmarek Foto: Silvio Kaczmarek

Corona: Theater in MV wollen Ende der Komplettschließung

Die Intendanten der großen Bühnen in Mecklenburg-Vorpommern haben dazu eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. mehr

Die Schweriner Volleyballerinnen Anna Pogany, Gréta Szakmáry und Lea Ambrosius (v.l.) feiern einen Punktgewinn. © imago images / Marcel Lorenz

Champions League in Florenz: SSC-Terminhatz geht weiter

Drei Spiele in drei Tagen: Die Schweriner Volleyballerinnen sind beim Königsklassen-Turnier in der Toskana gefordert. mehr

Spezialschiff verlegt die Pipeline Nord Stream 2 in der Ostsee. © NDR

Nord Stream 2: Bau der Pipeline soll weitergehen

Nach Unternehmensangaben gehen die wegen US-Sanktionsdrohungen gestoppten Arbeiten auf der Ostsee im Dezember weiter. mehr