Eine Kamerafrau filmt. © imago Foto: photothek

Uni Rostock will "Dunkel der Filmindustrie" ausleuchten

Stand: 16.12.2020 15:50 Uhr

In einem internationalen Forschungsprojekt wollen Rostocker Wissenschaftlerinnen helfen, Licht ins "Dunkel der Filmindustrie" zu bringen. 40.000 Filme aus den vergangenen zehn Jahren sollen ausgewertet werden, um zu sehen, wie viele Frauen und wie viele Männer welche Rollen vor und hinter der Kamera spielen durften.

An der Universität Rostock hofft die Medienwissenschaftlerin Elizabeth Prommer, auch verborgene Netzwerke offenlegen zu können. Ihr Team will analysieren, wer in der Filmindustrie häufig mit denselben Kolleginnen oder Kollegen zusammengearbeitet hat - und daraus Schlüsse auf Netzwerke ziehen. Bislang geht Prommer davon aus, dass Männer in engen Netzwerken unterwegs sind, in die Frauen kaum hineinkommen. Die Daten der Filme und ihrer Crews aus etwa 27 Ländern sollen mit Hilfe moderner Computerprogramme ausgewertet werden. Am Ende könnten, so Prommer, Empfehlungen für die öffentliche Förderung der Filmindustrie stehen, um die Machtverhältnisse zwischen Frauen und Männern ausgewogener zu gestalten. "Wo Macht besser verteilt ist, gibt es auch weniger Raum für Machtmissbrauch", sagte Prommer mit Blick auf die anhaltende #MeToo-Debatte.

Forscherin: #MeToo-Fälle Spitze des Eisbergs

Die internationale Filmindustrie habe sich in den vergangenen Jahren von ihrer miserablen Seite gezeigt und sie nehme an, dass die #MeToo-Fälle nur die Spitze eines Eisberges sein könnten, so Elizabeth Prommer. Sie vermute, dass immer noch Kungelgruppen, verdeckte Abhängigkeiten und unfaire Entlohnung Merkmale einer "ungerechten" Filmindustrie sind. Die Rostockerinnen forschen zusammen mit Kolleginnen aus Babelsberg, Großbritannien, Australien und Kanada. Ihr Projekt wird in den kommenden drei Jahren mit 1,47 Millionen Euro gefördert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.12.2020 | 16:00 Uhr

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