Ein kleiner Hundewelpe liegt neben einem Kätzchen auf einer gepunkteten Decke © picture alliance / imageBROKER |   Anni Sommer Foto: Anni Sommer

SHIP-Gesundheitsstudie geht weiter - Haustierhalter im Fokus

Stand: 06.05.2021 12:34 Uhr

Die breit angelegte SHIP-Studie (Study of Health in Pomerania/Leben und Gesundheit in Vorpommern) nimmt seit den 1990er-Jahren nimmt die Gesundheit von Menschen in Vorpommern in den Blick. Jetzt wird das Langzeitprojekt ausgeweitet: Welchen Effekt hat Haustierhaltung auf die körperliche und seelische Gesundheit?

Im nun bevorstehenden dritten Abschnitt einer der weltweit größten Langzeituntersuchungen zur Bevölkerungsgesundheit wollen die Forscher herausfinden, welchen Einfluss die Tierhaltung auf die körperliche und seelische Gesundheit der Menschen hat, wie die Unimedizin Greifswald am Donnerstag mitteilte.  Welche Krankheiten können vom Tier auf den Menschen übertragen werden? Wie wirken sich die Haltungsbedingungen auf das Übertragungsrisiko von Infektionskrankheiten aus? Diese und andere Fragen wollen die Forscher klären und untersuchen deswegen auch Hunde, Katzen und Geflügel - sofern die Probanden Tiere haben.

4.000 Probanden werden untersucht

Bei den Untersuchungen der Menschen selbst kommen nun hochmoderne Geräte und Methoden zum Einsatz. Beispielsweise werden ein 3D-Herzultraschall und detaillierte Aufnahmen von Ober- und Unterkiefer mit einem 3D-Scanner im Mund gemacht. In den kommenden vier Jahren werden insgesamt 4.000 zufällig ausgewählte Probanden aus Vorpommern begutachtet. Fünf Jahre später sollen sie erneut eingeladen werden. Ziel ist es, grundlegende medizinische Zusammenhänge aufzudecken.

Ziel: Krankheiten frühzeitig vermeiden oder ganz vermeiden

Die beiden vorherigen Untersuchungswellen haben beispielsweise ergeben, dass Zahnfleischschwund das Herzinfarktrisiko erhöht. "Mit SHIP werden wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen, um Krankheiten zukünftig möglichst zu vermeiden oder frühzeitig erkennen zu können und deren Folgen zu lindern", sagte Studienleiter Henry Völzke, Medizinprofessor an der Uniklinik Greifswald. Die Studie wird mit insgesamt 8,8 Millionen Euro gefördert, unter anderem vom Land und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.05.2021 | 10:00 Uhr

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