Stand: 02.11.2018 17:51 Uhr

MV und Russland wollen engere Zusammenarbeit

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Ministerpräsidentin Schwesig führte in Moskau auch Gespräche mit russischen Parlamentariern.

Russland und Mecklenburg-Vorpommern haben eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit verabredet. Dazu gehörten die Bereiche Luftfahrt, Digitalisierung und Windenergie, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag zum Abschluss eines zweitägigen Besuchs in Moskau.

Russisches Interesse an Windenergie

Konkrete Projekte sollen nun zwischen Ministerien beider Länder besprochen werden. Die russische Seite sei stark interessiert an Windenergie, bei der Mecklenburg-Vorpommern nicht nur mit der Nutzung, sondern auch mit der Herstellung von Anlagen Erfahrung habe, sagte Schwesig nach einem Treffen mit dem Minister für Industrie und Handel der Russischen Föderation, Denis Manturow.

Manuela Schwesig im Russischen Parlament

Russlandreise: Schwesig will Beziehungen ausbauen

Nordmagazin -

Im Verhältnis zu Russland weicht Mecklenburg-Vorpommern vom Kurs der Bundesregierung ab. Bei ihrem Besuch setzt Ministerpräsidentin Schwesig auf mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit.

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Verdienstorden für Gorbatschow

Am Donnerstag hatte Schwesig die Verdienste des sowjetischen Reformpolitikers Michail Gorbatschow gewürdigt. Ohne Gorbatschow würde es weder das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern noch sie in ihrem Amt als Ministerpräsidentin geben, sagte Schwesig am Donnerstag in ihrer Festrede zum 25. Jahrestag des Deutsch-Russischen Forums. Schwesig überreichte einen Landesorden - die "Medaille für besondere Verdienste um das Land Mecklenburg-Vorpommern im vereinten Europa und der Welt". Weil der 87-jährige frühere sowjetische Staatschef erkrankt ist, nahm ein Vertreter seiner Stiftung die Auszeichnung entgegen.

Platzeck: Mehrheit wünscht sich engeres Verhältnis

Matthias Platzeck, der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums, hob hervor, dass nach aktuellen Umfragen mehr als 80 Prozent der Deutschen ein besseres Verhältnis zu Russland wünschen - ungeachtet der Einnahme der Krim durch Russland und trotz der Kämpfe in der Ost-Ukraine.

"Trotz unterschiedlicher Meinungen im Dialog bleiben"

Schwesig ist auch Vorsitzende der deutsch-russischen Freundschaftsgruppe im Bundesrat. Die Einverleibung der Krim durch Russland und die Kämpfe in der Ostukraine seien ihr bekannt. Umso wichtiger sei gerade jetzt die Arbeit einer Institution wie des Deutsch-Russischen Forums. "Mir liegt am Herzen, dass Deutschland und Russland trotz unterschiedlicher Meinungen zu verschiedenen Dingen weiter im Dialog bleiben." Dieser Dialog werde vom Deutsch-Russischen Forum seit 25 Jahren gepflegt.

Russland war 2017 mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde Euro der drittgrößte Handelspartner Mecklenburg-Vorpommerns. Vor zwei Wochen hatte in Rostock der dritte Russlandtag mit 850 Vertretern aus Wirtschaft und Politik stattgefunden. Im vergangenen Jahr hatte die Regierungschefin St. Petersburg besucht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.11.2018 | 18:30 Uhr

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