Stand: 11.09.2019 17:57 Uhr

NATO-Marineschiffe üben vor Warnemünde

Auf der Ostsee vor Warnemünde ist am Mittwoch das NATO-Manöver "Northern Coasts" fortgesetzt worden. An der Übung sind rund 3.000 Marinesoldaten aus 18 Ländern mit knapp 50 Schiffen beteiligt. Die Bundeswehr stellt nach Marineangaben mit 1.300 Soldaten das größte Kontingent und hat auch das Kommando. Das bereits am 3. September begonnene Manöver in der westlichen Ostsee zwischen Kiel und Bornholm dauert noch bis zum 18. September.

"Northern Coasts": NATO-Übung an der "nassen Flanke"

Versorger wird gegen Luftangriffe verteidigt

Vor Warnemünde wurden im Beisein von Marinebefehlshabern fast aller Ostseeanrainer sowie dem Inspekteur der Deutschen Marine, Andreas Krause, mehrere Szenarien geübt - etwa die Verteidigung des Versorgungsschiffes "Bonn" gegen tieffliegende Flugzeuge. In einem anderen Einsatz ging es um die Abwehr eines Piratenangriffs. Bei einer Rettungsübung kam auch ein Marine-Hubschrauber zum Einsatz.

Szenario: Ostseeanrainer erhebt Anspruch auf Bornholm

Im weiteren Verlauf des Manövers wird nach Marineangaben ab dem 13. September auch ein Szenario durchgespielt, in dem ein fiktiver Ostseeanrainerstaat Anspruch auf die Insel Bornholm erhebt. "Auf Bornholm stationierte UN-Truppen sollen unterstützt und versorgt werden. Transporte sollen vor Angriffen aus der Luft und Minenbedrohung geschützt werden. Es geht also um den Schutz der Seewege und der Versorgungstransporte für die eigene Flotte und die Bevölkerung auf der Insel", sagte Flottenadmiral Stephan Haisch NDR 1 Radio MV. Haisch führt die Einheiten bei dem gesamten Manöver.

Die Schiffe der Deutschen Marine

Übung an der "nassen Flanke" des Bündnisses

"Aus dem maritimen Blickwinkel sprechen wir von der Ostsee als der 'nassen Flanke' unseres Operationsgebiets", so Haisch weiter. Die dortigen Seewege seien von großer Bedeutung für das Bündnis. Mit der Übung solle die taktische Zusammenarbeit verbessert werden. "Northern Coasts" sei für den Marinestab DEUMARFOR zudem ein erster Testlauf zur Führung eines Verbands dieser Größenordnung: "Wir haben nun als Stab erstmalig die Gelegenheit, uns in der Praxis zu beweisen. Das ist so ein bisschen wie die erste Fahrstunde nach Absolvieren der Theorieausbildung."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 11.09.2019 | 16:30 Uhr

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