Stand: 28.09.2018 04:49 Uhr

Müritz-Hotel: Nichts Neues in Sicht

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Seit der Sprengung vor einem Jahr liegen immer noch Schutthaufen auf dem Gelände des ehemaligen Müritz-Hotels in Klink. (Archivbild)

380 Kilogramm Sprengstoff, aufgeteilt auf 1.500 Sprengladungen - die verwandelten das zehngeschossige Müritz-Hotel in Klink (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) auf den Tag genau vor einem Jahr in einen Haufen Schutt. Im September 2017 war damit die über 40-jährige Geschichte eines der größten Ferienhotels des damaligen DDR-Gewerkschaftsbundes FDGB endgültig zu Ende. Aber noch heute liegen dort Schutthaufen herum.

Eine Staubwolke.

2017: Sprengung des Müritz-Hotels

NDR 1 Radio MV -

380 Kilo Sprengstoff haben das das Müritz-Hotel in Klink in 20.000 Tonnen Bauschutt verwandelt. Das Hotel wurde 1974 gebaut und im September 2017 in Schutt und Asche gelegt.

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Beräumung abgeschlossen

Die Beräumung ist nach Informationen von NDR 1 Radio MV nach einigen Schwierigkeiten allerdings abgeschlossen. Unter anderem mussten Teile, die zum Abtransport zu groß waren, vor Ort geschreddert werden. Nicht gesprengte Reste des Fundaments wurden außerdem nachträglich abgetragen. Die Haufen, die noch auf dem Gelände des ehemaligen Müritz-Hotels liegen, werden nach Angaben von Klinks Bürgermeister Eckard Knust noch gebraucht. Mit den geschredderten Steinen soll der Untergrund eines neuen Hotels gebaut werden.

Baugenehmigung noch nicht erteilt

Mittlerweile sei der Boden so hergerichtet, dass mit dem Neubau begonnen werden könnte, sagt Avila-Geschäftsführer Fernando Douglas. Den Bauantrag hatte die Berliner Investorengruppe im März bei der Kreisverwaltung eingereicht, bestätigte eine Sprecherin. Ein Gutachten über die Festigkeit des Baugrundes stehe jedoch noch aus, so Douglas.

400-Betten-Hotel geplant

Entstehen soll ein 4-Sterne-Plus-Haus mit knapp 400 Betten, für rund 37 Millionen Euro. Später entstehen nach den Plänen des Investors dann auch noch Ferienhäuser und Appartments. Die Berliner Avila-Gruppe betreibt bereits eine Reha-Klinik in der Gegend. Ob das neue Hotel aber wie geplant 2020 eröffnet, erscheint fraglich.

Sprengung brachte 20.000 Tonnen Bauschutt

Das Müritz-Hotel in Klink hatte sich mit einem lauten Knall verabschiedet. Das ehemalige DDR-Vorzeigehotel mit Schwimmhalle und 45 Hektar Wassergrundstück war nach der Sprengung nur noch ein Haufen von 20.000 Tonnen Bauschutt. In kurzer Folge fielen nacheinander alle drei Flügel zur Seite und das Treppenhaus stürzte in sich zusammen.

 "Es gab keine Probleme", sagte Projektleiter Andreas Fricke. Zur Sprengung des 1974 erbauten Hotels kamen rund 1.500 Schaulustige an die Müritz. Zahlreiche von ihnen beobachteten von Booten aus, wie der zehngeschossige Hotelkomplex in sich zusammenstürzte. Einige Schifffahrtsunternehmen boten Extra-Ausflugsfahrten zur Sprengung an.

Langer Streit um Neubau

Um den Neubau eines Hotels an dem Platz des ehemaligen DDR-Hotels war zuvor lange gestritten worden. Ein privater Antragsteller hatte versucht, das alte Müritz-Hotel unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Im September 2015 hatte sich der Investor mit den Denkmalschutzbehörden darauf verständigt, dass ein Erhalt und Umbau des Hotels nicht möglich ist.

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Müritzhotel gesprengt

28.09.2017 19:30 Uhr
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380 Kilo Sprengstoff haben das Müritz-Hotel in Klink in 20.000 Tonnen Bauschutt verwandelt. Das Hotel, 1974 gebaut, war einst ein Traum-Urlaubsziel für DDR-Bürger. Video (02:41 min)

Größtes Ferienhotel in der DDR

Zu DDR-Zeiten war das zehnstöckige Haus eines der gefragtesten und größten Ferienhotels des Gewerkschaftsbundes FDGB. Es wurde von 1972 bis 1974 für damals 50 Millionen DDR-Mark gebaut. Insbesondere die Lage des Hotels zwischen Müritz und Kölpinsee sorgte für gute Auslastung. Nach 1990 wurden die Schließungspläne der Treuhand abgewendet. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war mehrfach zu Parteiveranstaltungen in Klink. Aber auch Show-Größen wie Andy Borg, Andrea Berg und Rex Gildo logierten in dem Hotel.

"Auf einen Urlaub hier musste man länger warten als auf einen Trabi"

"Das Haus war für die Marktwirtschaft zu groß, aber für den FDGB nicht", erzählte der 77-jährige Gerd Schröter, der jahrzehntelang "Chef des Hauses" war. Klink war neben Templin in Brandenburg und Friedrichroda in Thüringen eines der größten FDGB-Hotels. "Auf einen Urlaub hier musste man länger warten als auf einen Trabi", sagt Schröter.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.09.2018 | 06:40 Uhr

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