Stand: 06.09.2019 14:42 Uhr

Mordfall Maria: Hohe Haftstrafen für Angeklagte

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Die beiden Angeklagten sind zu hohen Strafen verurteilt worden. (Archivbild)

Im Prozess um den Mord an der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz hat das Landgericht Stralsund die beiden Angeklagten zu hohen Strafen verurteilt. Der 21-jährige Angeklagte muss lebenslänglich ins Gefängnis. Das Gericht stellte bei ihm eine besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Haftentlassung ist damit so gut wie ausgeschlossen. Für den 19-jährigen Haupttäter wurde die Unterbringung im Maßregelvollzug in einer Psychiatrie angeordnet. Zusätzlich wurde er zu einer zwölfjährigen Jugendhaftstrafe verurteilt.

Der Angeklagte verpixelt neben seinem Verteidiger.

Mord an Maria: Hohe Strafen für beide Angeklagte

Nordmagazin -

Wegen des Mordes an der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz muss der Haupttäter in den Maßregelvollzug in einer Psychiatrie. Der Mittäter wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

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Gericht: Mord aus Heimtücke und Mordlust

Es gebe für das Gericht keine Zweifel, dass beide Männer den gemeinsamen Mord an Maria geplant und durchgeführt haben, sagte die Vorsitzende Richterin Birgit Lange-Klepsch - und zwar aus Heimtücke und Mordlust. Sie wollten einen Menschen sterben sehen, so die Richterin. Das Gericht glaubte auch nicht den Aussagen des 21-Jährigen, er habe den Mord nicht begehen wollen. Auch wenn es bei ihm kurz vor der Tat Zweifel gegeben habe, sei er dennoch bereit gewesen, die Tat auszuführen. Zudem habe der Konsum von Alkohol beide nur bedingt enthemmt.

Besondere Schwere der Schuld bei 21-Jährigem

Die beiden Täter und Maria gehörten zum selben Freundeskreis. Die Richterin führte aus, dass Maria beiden vertraut habe. Deshalb sei sie am Tattag ohne Argwohn gewesen, als sie beide in ihre Wohnung in Zinnowitz ließ. Sie hörten Musik, als der 19-Jährige plötzlich zustach - laut Rechtsmedizin 35 Mal. Das Gericht stellte bei dem 21-Jährigen die besondere Schwere der Schuld fest. Er habe zwar Reue gezeigt, die Tat aber nicht verhindert. Das hätte er tun und Maria warnen können.

Urteil kann laut Richterin keine Wiedergutmachung sein

Bei der Verkündung des Urteils ging ein Raunen durch den Gerichtssaal, als die Richterin die zwölfjährige Jugendstrafe für den Haupttäter aussprach. Offenbar reichte dies einigen der Besucher nicht. Sie hatten mit 15 Jahren gerechnet. Viele stimmten zu, als die Richterin sagte, dass das Urteil keine Wiedergutmachung sein könne. Die beiden Angeklagten verzogen keine Miene. Sie starrten vor sich auf den Tisch, blickten auf die Uhr.

19-Jähriger hatte Geständnis abgelegt

Für den älteren der beiden hatte die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes gefordert. Der Jüngere hatte zugegeben, Maria getötet zu haben. Er hatte den 21-jährigen Mittäter bezichtigt, die Beine Marias festgehalten zu haben, was dieser jedoch bestritt. Gutachter bezeichneten den 19-Jährigen als extrem gefährlich und frei von jeglicher Empathie. Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung oder eingeschränkte Steuerungsfähigkeit wurden aber nicht festgestellt. Die Gutachter empfahlen die Unterbringung im Maßregelvollzug. Dort sollen Therapieversuche unternommen werden. Experten gehen bei dem Täter aber von einer sehr langen Zeit in der Psychiatrie aus.

Angeklagter hatte Mutter um Entschuldigung gebeten

Die Verhandlungen im Stralsunder Landgericht waren von vielen Emotionen begleitet. Im Mittelpunkt stand dabei die Mutter Marias, die den ganzen Prozess als Nebenklägerin begleitet hat. Am Ende des Prozesses brach es aus ihr heraus. Sie schrie den beiden Angeklagten zu: "Ich vergebe euch nie. Ich werde euch immer hassen." Sie hoffe, dass die beiden für immer in Haft bleiben werden. "Keiner gibt mir meine Tochter und mein Enkelkind zurück." Zuvor hatte sich der ältere Angeklagte bei ihr entschuldigt und um Verzeihung gebeten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.09.2019 | 11:00 Uhr

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