Spielzeug hängt in einer Kita. © dpa-Bildfunk

Mehr Personal für die Krippen in Rostock und im Landkreis?

Stand: 16.06.2021 12:08 Uhr

100 zusätzliche Krippenstellen in Rostock, 80 weitere im Landkreis Rostock: Das fordern die Elternräte und Gewerkschaften. Es gibt aber noch offene Fragen beim Thema Finanzierung.

In einem Bürgerbegehren sind 8.140 Unterschriften von Rostockern zusammengekommen, die dafür sind, dass zusätzliche Krippenstellen geschaffen werden – 4.000 hätten für ein erfolgreiches Bürgerbegehren ausgereicht. Im Landkreis Rostock wurden noch einmal 6.300 Unterschriften gesammelt. Diese haben die Initiatoren an die Präsidentin der Rostocker Bürgerschaft und an den Präsidenten des Kreistags übergeben. Der Vorsitzende des Kita-Stadtelternrates Rostock, Bastian Schwennigcke, formuliert das Anliegen so: "Das Bürgerbegehren soll sicherstellen, dass Fehlzeiten besser ausgeglichen werden, und dass die Belegschaften nicht ständig an der Überlastungsgrenze arbeiten müssen." Rostock solle daher seinen Betreuungsschlüssel im Krippenbereich bis 2023 in drei Schritten anpassen.

Betreuungsschlüssel: Region Rostock bundesweit Schlusslicht

Durchschnittlich betreut eine Erzieherin in einer Rostocker Krippe momentan mehr als sechs Kinder. Ähnlich sieht es im Rostocker Landkreis aus. Damit gehört die Region aktuell zu den Schlusslichtern in Deutschland. Eine Bertelsmann-Studie empfiehlt, dass eine Person nur halb so viele, nämlich drei Krippen-Kinder, beaufsichtigen sollte.

Bedenken aus der Politik

Vier Fraktionen hatten mit Blick auf das Bürgerbegehren beantragt, das Thema auf der Rostocker Bürgerschaftssitzung am Mittwoch zu besprechen. Und auch Rostocks Oberbürgermeister, Claus Ruhe Madsen, hat sich grundlegend für das Vorhaben ausgesprochen: "Das Ziel, mehr Betreuung für unsere kleinsten Kinder zu ermöglichen, hat meine volle Unterstützung." Allerdings sieht er unter anderem noch offene Fragen beim Thema Finanzierung. Die zuständige Kommunalaufsicht des Innenministeriums teilt diese Bedenken und hält das Finanzierungskonzept sogar für rechtswidrig. Außerdem laufen parallel Verhandlungen zum Betreuungsschlüssel in Kitas, Krippen und Horten auf Landesebene, deren Ergebnisse abzuwarten seien. Wegen dieser Bedenken empfiehlt die Kommunalaufsicht, das Thema wieder von der Tagesordnung der Bürgerschaftssitzung zu streichen und es vorerst zu vertagen. Der Kreistag hingegen müsste den Weg für ein Bürgerbegehren erst noch in einer Sondersitzung freimachen.

Unverständnis bei den Initiatoren

Schwennigcke, der Vorsitzende des Kita-Stadtelternrates Rostock, hat kein Verständnis dafür, wenn die Diskussion jetzt nochmal vertagt wird. "Die Aufstockung des Krippenpersonals wird schon seit Jahren aufgeschoben und es ist jetzt an der Zeit, etwas zu ändern", sagt er. Den Personalschlüssel der Krippen in Rostock und im Landkreis hochzuschrauben, wäre ihm zufolge ein notwendiger erster Schritt. Ob das Thema am Mittwoch auf der Tagesordnung der Bürgerschaft bleibt und ob es möglicherweise im Herbst zu einem Bürgerentscheid kommt, das haben die Stadtvertreter jetzt zu entscheiden.

 

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