Stand: 02.07.2020 12:31 Uhr

Mann ertrinkt nach Rettung seiner Kinder in der Ostsee

Ein 32 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Vorpommern-Rügen ist vor Ahrenshoop in der Ostsee ertrunken, nachdem er selbst seine Tochter und den Sohn seiner Lebensgefährtin, beide zehn Jahre alt, aus dem Wasser gerettet hatte.

Kinder können gerettet werden

Die beiden Kinder waren nach Angaben der Polizei am Mittwochmittag an einem unbewachten Strandabschnitt im Bereich eines Wellenbrechers baden, der das Hochufer schützt. Der Strandbereich ist nach Angaben der Polizei nicht gesperrt, es gebe dort aber Warnhinweise. Für die etwa 700 Meter entfernten Rettungsschwimmer am Hauptturm vor Ahrenshoop ist er nicht einsehbar. In der Nähe hätten am Mittwoch auch andere Menschen gebadet, hieß es. Im Wasser herrschte eine starke Strömung, die die Kinder beim Wellenbaden erfasste. Sie waren nicht in der Lage, sich aus eigener Kraft an Land zu retten. Dem 32-Jährigen gelang es mit Hilfe eines weiteren Mannes, der nach Angaben einer Zeugin ebenfalls sein Leben riskierte, das Mädchen und den Jungen aus dem Wasser zu retten. Der Helfer trug die Kinder von dort aus sicher an den Strand. Sie wurden inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Nach Angaben der Polizei werden sie, wie auch die Angehörigen und die Unfallhelfer, seelsorgerisch betreut.

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Retter wird von Strömung erfasst

Der 32-Jährige wurde jedoch ebenfalls von der Strömung erfasst und geriet in eine hilflose Lage. Kurze Zeit später war er nicht mehr an der Wasseroberfläche zu sehen. Die alarmierten Polizei- und Rettungskräfte begannen umgehend mit Booten und einem Polizeihubschrauber nach ihm zu suchen. Erst am späten Nachmittag konnte er von Tauchern der Berufsfeuerwehr Stralsund geborgen werden. Sein lebloser Körper war unter die Steinpackung des Wellenbrechers geraten und dort eingeklemmt. Für den 32-Jährigen, der aus Ahrenshoop stammt, kam jede Hilfe zu spät. Die beiden Kinder kamen zur weiteren ärztlichen Betreuung in ein Krankenhaus.

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Mehrere Feuerwehrautos am Strand von Ahrenshoop .
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Steinwälle und Buhnen sorgen für tückische Strömungen

Thorsten Erdmann, Sprecher des DLRG-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, erklärte, dass tragische Badeunfälle solcher Art leider immer wieder vorkommen. Steinwälle und Buhnen seien für Badegäste "ganz gefährliche Orte", sie seien oft glitschig. Außerdem herrschten dort oft tückische Strömungen, so Erdmann. Solche Unterströmungen und Sogwirbel seien vor allem für Kinder eine Gefahr. Laut dem Experten wirken Gewässer in der Nähe von Wellenbrechern oft auf den ersten Blick harmlos, doch dort herrschen gewaltige Kräfte. Der Sprecher der DLRG warnt deshalb davor, in der Nähe solcher Küstenschutzelemente zu baden. Auch die Windrichtungen und Wetterlagen können demnach eine Rolle spielen, wenn es um das Gefahrenpotential am Strand geht.

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Rostock: Zwei Mitarbeiter der Wasserwacht in Mecklenburg-Vorpommern stehen auf dem Wasserrettungsturm des DRK am Ostseestrand. (15.05.2014) © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.07.2020 | 12:00 Uhr

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