VIDEO: MV-Werften: "Sind in einer misslichen Situation" (6 Min)

MV-Werften bestätigen: Bis zu 1.200 Stellen fallen weg

Stand: 10.02.2021 11:06 Uhr

Die MV-Werften haben ihre Belegschaft am Dienstagabend über Einzelheiten des angestrebten Sanierungsprogramms informiert. Nach Informationen des NDR sollen bis zu 1.200 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Die Geschäftsführung der MV-Werften hat die Mitarbeiter am Dienstagabend in einem Video über ihre Sanierungspläne informiert. Demnach ist etwa ein Drittel der Belegschaft vom Stellenabbau betroffen - bis zu 1.200 Mitarbeiter in Wismar, Warnemünde und Stralsund. Eine endgültige Entscheidung solle bis zum 31. März fallen, sagte der Geschäftsführer von MV-Werften, Peter Fetten. Er sprach zu Beginn des etwa zweiminütigen Videos, welches die Mitarbeiter über eine betriebsinterne App live anschauen konnten. Laut Fetten geht es darum, den Restrukturierungsplan zügig voranzutreiben, um so die Chance zu wahren, unter den Rettungsschirm des Bundes zu gelangen.

VIDEO: Sanierung der MV-Werften: 1.200 Arbeitsplätze in Gefahr (2 Min)

Über Sozialplan wird verhandelt

Fetten sagte weiter, Geschäftsführung und Gesellschafter würden alles tun, um den Arbeitsplatzabbau so gering wie möglich zu halten. Auch über einen Sozialplan werde weiter verhandelt. Die Vorsitzende des Betriebsrats, Ines Scheel, nannte die Situation ernst und ärgerlich, hervorgerufen durch Corona und die Pandemie. Sie seien jetzt gezwungen, mit der Geschäftsführung über den Personalabbau zu verhandeln.

IG Metall Küste fordert Perspektiven für Beschäftigte

Die Gewerkschaft reagierte prompt mit einer Mitteilung: Ein Kahlschlag sei mit ihr nicht zu machen, so der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich. Er erwarte von der Politik und dem Mutterkonzern Perspektiven für die Beschäftigten. Genting müsse verbindliche Zusagen machen - etwa für weitere Aufträge und Projekte wie die Offshore-Industrie, hieß es.

Werften arbeiten an zwei Schiffen

Durch die Corona-Pandemie war der Kreuzfahrtmarkt schlagartig zusammengebrochen, sodass auch Aufgaben für die MV-Werften wegfielen, in die der asiatische Mutterkonzern gerade massiv investiert hatte. In Wismar wird derzeit noch an dem Kreuzfahrtschiff "Global Dream" gebaut, das bereits zum großen Teil fertiggestellt ist. In Rostock-Warnemünde war vor der Corona-Krise mit dem Bau des zweien Schiffs der Global-Klasse begonnen worden - zu möglichen aktuellen Arbeiten äußert sich die Werft nicht. Am Standort Stralsund wird unter Hochdruck an der Fertigstellung der "Crystal Endeavor" gearbeitet. Dafür sind nach Angaben des örtlichen Betriebsrats Bernd Fischer auch viele Beschäftigte aus der Kurzarbeit geholt worden, um den Innenausbau der Luxus-Expeditionsjacht zu vollenden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 09.02.2021 | 20:00 Uhr

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