Menschen schauen in dem Ort Schuld im Kreis Ahrweiler nach dem Unwetter auf die Zerstörungen.  Foto: Harald Tittel/dpa

MV-Hilfe für Hochwasser-Gebiete steht bereit

Stand: 16.07.2021 15:56 Uhr

Der Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern ist bereit, den von den Unwettern betroffenen Regionen im Westen Deutschlands zu helfen.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und der stellvertretende Ministerpräsident Harry Glawe (CDU) haben den von den Unwettern betroffenen Regionen Unterstützung zugesichert. Bereits am Donnerstag standen zum Beispiel mehrere mobile Trinkwasserzapfstellen bereit, die inklusive des Bedienpersonals auf den Weg geschickt werden können. Jörg Beckmann, Chef des Katastrophenschutzes Mecklenburg-Vorpommern, geht davon aus, dass die Geräte noch zum Einsatz kommen. Viele Gebäude seien unterspült. Wenn sie einstürzen, würden auch zahlreiche Trinkwasserleitungen zerstört, sagte Beckmann NDR MV Live. Mecklenburg-Vorpommern verfügt laut Beckmann zudem über Lager mit Feldbetten, Bekleidung, Kochgerätschaften und ähnlichen Dingen, um im Notfall ein Prozent der eigenen Bevölkerung zu versorgen, falls diese obdachlos wird. Möglicherweise können auch diese Materialien nun im Westen Deutschlands zum Einsatz kommen.

Polizeihubschrauber nach Rheinland-Pfalz

Eine dreiköpfige Besatzung eines Polizeihubschraubers flog Freitagnachmittag von Rostock aus nach Rheinland-Pfalz. Innenminister Torsten Renz (CDU) erklärte, der Hubschrauber verfüge über eine spezielle Seilwinde zur Bergung und Rettung. Genau diese besondere Rettungshilfe sei angefordert worden.

Wuppertals Partnerstadt Schwerin bietet Hilfe an

Die Bilder aus Wuppertal haben auch bei der Stadt Schwerin Bestürzung ausgelöst. Wuppertal und Schwerin verbindet seit 1987 eine Städtepartnerschaft. "Wir haben Kontakt zur Stadt Wuppertal aufgenommen und natürlich unsere Unterstützung angeboten", sagte Schwerins Stadtpräsident Sebastian Ehlers (CDU) im NDR Nordmagazin. Die hiesigen Hilfsorganisationen, beispielsweise das DRK oder THW, seien bisher noch nicht angefordert worden. Jedoch seien die Kameradinnen und Kameraden einsatzbereit und würden zur Verfügung stehen, sobald Hilfe aus Schwerin erforderlich ist..

Mecklenburgische Seenplatte: Feuerwehrautos im Trauerflor

Die Feuerwehrleute im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte trauern um ihre während der Unwetter-Einsätze ums Leben gekommenen Kameraden. Die Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren tragen bis zum 28. Juli Trauerflor. Dazu hat Kreisfeuerwehr-Chef Enrico Kollhof aufgerufen. Beim Hochwassereinsatz in NRW kam auch ein Feuerwehrmann aus Werdohl ums Leben. Der Ort ist Partnerstadt von Stavenhagen.

Hydrologe rät Kommunen zur langfristigen Vorsorge

Der Hydriologe Dietmar Mehl sitzt an einem Tisch © NDR Foto: Screenshot
Dietmar Mehl empfiehlt, die Kanalnetze zu überprüfen.

Der Bützower Hydrologe Dr. Dietmar Mehl appellierte unterdessen an die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern, sich zusammen mit den Wasser- und Bodenverbänden langfristig vorbeugenden Hochwasserschutz zu betreiben. Dazu gehöre es etwa, die Kanalnetze auf Schwach- und Engstellen zu überprüfen. Genauso müssten Entwässungsachsen in den Ortschaften definiert und abgesichert werden, sagte Mehl NDR MV LIVE. Die Kommunen sollten auch in ihren Bebauungsplänen darauf achten, dass natürliche Ausweichflächen für Hochwasser-Situationen erhalten bleiben und nicht mit Gebäuden verstellt werden.

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Der Landkreis Berchtesgadener Land rief den Katastrophenfall aus. Mindestens eine Person kam ums Leben. Mehr Informationen bei tagesschau.de. extern

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"Aktion Deutschland hilft": Spenden für die Hochwassergebiete

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Menschen schauen in dem Ort Schuld im Kreis Ahrweiler nach dem Unwetter auf die Zerstörungen.  Foto: Harald Tittel/dpa

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Das heftige Unwetter, das über Teile von NRW gezogen ist, hat viel zerstört. Für die Betroffenen gibt es inzwischen erste Spendenkonten. extern

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.07.2021 | 06:00 Uhr

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