Stand: 03.01.2018 18:01 Uhr

Landrat Christiansen macht nicht weiter

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Landrat Christiansen (SPD) kandidiert nicht wieder für den Posten des Kreisverwaltungschefs. (Archivbild)

Jetzt ist es offiziell: Der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Rolf Christiansen (SPD), wird bei der anstehenden Direktwahl Ende Mai nicht erneut antreten. Das hat der 60-jährige Sozialdemokrat am Mittwochvormittag auf einer Pressekonferenz in Parchim bekannt gegeben. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, gerade weil er in den vergangenen Monaten viel Zuspruch erhalten habe. Christiansen führte vor allem gesundheitliche Gründe für seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur an. Nach einer schweren Erkrankung vor gut vier Jahren habe er nicht mehr zu seiner alten Kraft und Konstitution zurückgefunden. Er könne deshalb die selbst gesetzten hohen Ansprüche nicht über weitere sieben Jahre erfüllen.

Fast ein Vierteljahrhundert Landrat

Christiansen ist der am längsten amtierende Landrat in Mecklenburg-Vorpommern. Er steht seit fast einem Vierteljahrhundert an der Spitze der Kreisverwaltung. 1994 übernahm er den Posten des Verwaltungschefs im damaligen Landkreis Ludwigslust. Im September 2011 wurde der SPD-Politiker zum Landrat des neuen und größeren Kreises Ludwigslust-Parchim gewählt.

SPD nominiert Grabower Bürgermeister Sternberg als Kandidat

Als Kandidaten für die Nachfolge hat der SPD-Kreisverband am frühen Mittwochabend erwartungsgemäß den Grabower Bürgermeister Stefan Sternberg nominiert - das Votum fiel einstimmig aus. Der 33-Jährige wurde von Christiansen vorgeschlagen. Der lobte ihn als engagierten Kommunalpolitiker. Sternberg gilt als gut vernetzt und durchsetzungsstark, er ist Mitglied im SPD-Landesvorstand und Vorsitzender der Landessportjugend. Sternberg soll in anderthalb Wochen auf einem SPD-Kreisparteitag offiziell als Landrats-Kandidat gewählt werden. Von der CDU tritt Klaus-Michael Glaser an, er ist Referent beim Städte- und Gemeindetag. Die Linke sucht noch nach einem Kandidaten. Die AfD hat sich noch nicht geäußert.

Christiansen: "Blicke mit Stolz zurück"

In seiner Pressekonferenz bezeichnete Christiansen den Landkreis als "gut aufgestellt". Die Arbeitslosenzahl habe einen historischen Tiefstand erreicht, die Bedingungen für die Wirtschaft seien gut, immer mehr Betriebe hätten sich angesiedelt. Auch die Finanzen des Kreises seien in Ordnung. Er könne mit "Stolz zurückblicken".

Eigenständiger Kurs

Der gebürtige Schleswig-Holsteiner hat bisher immer Wert auf einen eigenständigen Kurs gelegt und ist dabei auch Streit mit der eigenen Partei nicht aus dem Weg gegangen. So lehnte er die Kreisgebietsreform ab und kämpfte als Vorsitzender des Landkreistages um eine bessere Finanzausstattung der Kommunen. Christiansens Amtszeit läuft Mitte Oktober ab. Im Landkreis wird jedoch schon am 27. Mai einer neuer Landrat gewählt, ebenso in den Kreisen Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte. Der frühe Termin biete die Möglichkeit, eine mögliche Stichwahl noch außerhalb der Ferienzeit zu legen, hieß es.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.01.2018 | 18:10 Uhr

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