Stand: 28.06.2019 16:56 Uhr

Eurofighter-Absturz: Pilotenfehler vermutet

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Die Bundeswehr geht nach dem Flugunfall von einem Pilotenfehler aus. (Archivbild)

Nach dem Absturz von zwei Eurofightern der Bundeswehr halten die Ermittler des Militärs offenbar einen Pilotenfehler für die wahrscheinliche Ursache. Wie der Spiegel berichtet, schließt der General Flugsicherheit der Bundeswehr einen technischen Defekt an den beiden abgestürzten Kampfjets aus und hat daher den Flugbetrieb für die restliche Luftwaffenflotte wieder freigegeben.

Missverständnis bei riskantem Flugmanöver?

Drei "Eurofighter" hatten am Montag über der Mecklenburger Seenplatte bei einer Übung die Verfolgung eines feindlichen Jets simuliert. Bei den Jagdsequenzen kollidierten die beiden Verfolger nach rund 20 Minuten und stürzten ab. Einer der Piloten starb, der andere konnte sich mit dem Fallschirm retten. Die Ermittler prüfen nun, ob einer der beiden seinen Kameraden bei den riskanten Verfolgungsmanövern in der Luft übersehen hatte und deswegen mit ihm zusammenstieß. Möglich scheint auch ein Missverständnis bei der Positionsabsprache über Funk.

Das Wrack des abgestürzten Eurofighters dampft.

Eurofighter-Absturz: Feuerwehren kontaminiert?

Nordmagazin -

Nach dem Absturz der beiden Kampfjets in der Nossenthiner Heide sind die Rettungskräfte ziemlich verunsichert. NDR Reporter Michael Elgaß hat sich bei Feuerwehrleuten und der Bundeswehr umgehört.

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Ausrüstung kontaminiert

Nach den Aufräumarbeiten im Absturzgebiet der Eurofighter an der Mecklenburgischen Seenplatte sind die Freiwilligen Feuerwehren in Malchow, Nossentiner Hütte und Silz vorübergehend nur eingeschränkt einsatzbereit. Durch den Einsatz sind die Fahrzeuge möglicherweise mit Giftstoffen kontaminiert und müssen nun gereinigt werden. Bis Donnerstag hätten die Wehren darauf gewartet, dass ihre Fahrzeuge gereinigt würden. Da dies nicht erfolgte, hätten die Wehrführer entschieden, ihre Einsatzbereitschaft abzumelden. Das sagte die Bürgermeisterin der Gemeinde Nossentiner Hütte, Birgit Kurth, im Gespräch mit NDR 1 Radio MV.

Fachfirma soll Fahrzeuge reinigen

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Beim Löschen brennender Wrackteile könnten die Feuerwehrfahrzeuge Giftstoffe abbekommen haben. (Archivbild)

Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, erklärte Norbert Rieger, Kreisbrandmeister des Kreises Mecklenburgische Seenplatte. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Fahrzeuge verunreinigt wurden, als sie während der Löscharbeiten am Montag in erster Reihe im Einsatz waren. Für die Reinigung der Fahrzeuge sei nun eine Fachfirma erforderlich, die durch das zuständige Amt Malchow beauftragt werden muss. Die Schutzkleidung der Feuerwehrleute sei aus dem Verkehr gezogen worden. Sie muss vernichtet und ersetzt werden, auch das sei eine Vorsichtsmaßnahme, so Rieger.

Mehrere Zehntausend Euro Kosten

Rieger geht davon aus, dass die Bundeswehr dafür haften müsse. Jedoch müssten die Gemeinden in Vorleistung gehen. Bürgermeisterin Kurth rechnet mit Kosten von mehreren Zehntausend Euro. Da dies die Möglichkeiten der Gemeinde übersteige, setzt auch Kurth auf eine Kostenübernahme durch die Bundeswehr.

Andere Wehren übernehmen Einsätze

Auf die Möglichkeit der Kontamination habe die Bundeswehr vorsorglich hingewiesen. Denn es sei möglich, dass sich bei den hohen Temperaturen während die Kampfflugzeuge brannten, giftige Partikel aus den verbauten Kohlefaserverbundstoffen ausgebreitet hätten, hieß es. Die anderen Wehren im Amt Malchower Land seien darauf eingestellt, vorübergehend mögliche Einsätze in der betroffenen Region zu übernehmen, versicherte Rieger.

Pilot stirbt nach Zusammenstoß

Die beiden Eurofighter-Maschinen waren am Montag in der Luft zusammengestoßen und abgestürzt. Ein 27-jähriger Pilot starb. Der zweite Flugzeugführer konnte sich per Fallschirm retten. Insgesamt waren etwa 100 Feuerwehrleute an den Löscharbeiten beteiligt. Vier wurden bei dem Großeinsatz verletzt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.06.2019 | 16:00 Uhr

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