Stand: 26.06.2019 21:39 Uhr

Eurofighter-Absturz: Ab Montag wieder Übungsflüge

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Mehrere Hundert Soldaten suchen nach Trümmern der abgestürzten Kampfjets.

Nach dem tödlichen Eurofighter-Unglück bei Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) sollen die Eurofighter des Luftwaffengeschwaders 73 "Steinhoff" in Laage bei Rostock ab kommender Woche wieder starten. Das teilte die Deutsche Luftwaffe mit. Derweil ging die Suche nach Wrackteilen auch am Mittwoch weiter. Die Bundeswehr hat die Suchmannschaft dafür auf rund 500 Soldaten aufgestockt.

Kommodore will auf Informationsbedarf reagieren

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Kommodore Gero von Fritschen hatte extra einen Auslandseinsatz unterbrochen und den Unfallort besucht. (Archivbild)

Am Mittwoch hat der Kommodore des Luftwaffengeschwaders 73 den Unfallort besucht. Er hatte extra einen Auslandseinsatz unterbrochen, um sich ein eigenes Bild von der Lage nach dem Absturz zu machen. Klar sei, dass nun ein hohes Maß an Unsicherheit in der Bevölkerung herrsche, so Gero von Fritschen gegenüber NDR 1 Radio MV. Der Geschwaderkommodore kündigte vor dem Hintergrund des erhöhten Informationsbedarfs Transparenz an.

Explosivstoffe kontrolliert gesprengt

Am Dienstagabend hatte es am Unglücksort zweimal explosionsartig geknallt. Das bestätigten Zeugen vor Ort. Auch Rauchentwicklung wurde beobachtet. Ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin erklärte, dass Teile der Rettungssysteme in den verunglückten Flugzeugen kontrolliert durch das Team des Generals für Flugsicherheit gesprengt wurden. Dies sei nötig gewesen, um die Sicherheit bei den Bergungs- und Untersuchungsarbeiten zu gewährleisten. Vermutlich handelt es sich dabei um Sprengstoffreste aus den Schleudersitzen der verunglückten Eurofighter. Genauere Angaben machte die Bundeswehr jedoch nicht.

Eurofighter in der Luft

Ursachensuche nach Unfall mit Eurofightern

Nordmagazin -

Nach dem tödlichen Zusammenstoß zweier Eurofighter bei Malchow geht die Ursachensuche für das Unglück weiter. 500 Soldaten durchkämmen die Region nach Trümmerteilen.

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Vorsicht vor Wrackteilen

In dem Zusammenhang warnt die Bundeswehr noch einmal davor, gefundene Wrackteile anzufassen. Die Flugzeuge bestehen aus Kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, der, wenn er brennt oder bricht gesundheitlich bedenkliche Stoffe freisetzen kann. Hinzu kommen Treibstoffe, Öle und Kühlmittel, die zu giftigen Gasen verdampfen können, so ein Sprecher der Deutschen Luftwaffe. Wer Wrackteile findet, soll sich umgehend bei der Polizei melden.

Erkenntnisse zur Ursache frühestens in einer Woche

Die Flugdatenschreiber der beiden abgestürzten Maschinen waren am Dienstag gefunden worden. In den kommenden Tagen müssen aber noch zahlreiche Trümmerteile geborgen werden. Das Gebiet bleibt dafür weiträumig gesperrt. "Wir richten uns darauf ein, noch über das Wochenende zu bleiben", sagte ein Bundeswehrsprecher. Wenn die Suche beendet ist, müssen die Wrackteile abtransportiert werden. Außerdem muss der Löschschaum entsorgt und möglicherweise Treibstoff aus den Flugzeugwracks aus dem Boden geholt werden. Laut des Brigadegenerals des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern, Gerd Kropf, könnten erste Ergebnisse zur Unfallursache Mitte nächster Woche vorliegen.

Überblick in Bildern: Eurofighter-Absturz in MV

Debatte um Notwendigkeit von Übungstiefflügen

Die beiden Eurofighter waren am Montag bei einer Luftkampfübung zusammengestoßen und abgestürzt. Ein 27-jähriger Pilot kam ums Leben. Wie die Luftwaffe am Mittwoch mitteilte, stammt der 27-Jährige aus Mecklenburg-Vorpommern und war zu einer Weiterbildung in Laage. Sein Ausbilder überlebte und wird im Krankenhaus behandelt. Der Absturz hatte eine Diskussion über die Notwendigkeit von Luftwaffen-Übungsflügen in der Region ausgelöst. Mehrere Politiker sprachen sich für einen Verzicht auf militärische Übungstiefflüge aus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.06.2019 | 15:30 Uhr

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