Stand: 21.09.2018 10:51 Uhr

Eine Frage der Steuer: Hier essen oder mitnehmen?

Essen Sie Ihr Schnitzel im Stehen am Imbiss oder doch im Restaurant? Das ist nicht nur eine Frage des Ambientes, es spielt auch bei der Besteuerung eine entscheidende Rolle. Seit Jahren ärgern sich Restaurantbetreiber darüber, dass sie bei der Besteuerung von Essen benachteiligt werden. Sie zahlen seit jeher mehr Steuern als beispielsweise Imbissbetreiber. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) kämpft für gleiche, niedrige Steuersätze.

Eine Frau steht in einem Restaurant an der Kasse.

Der Unsinn mit der Steuer fürs Essen

Nordmagazin -

Bestellt man eine Pizza in einem Restaurant, erhält der Staat 19 Prozent Steuern. Kauft man die Pizza im Imbiss, sind es nur sieben Prozent. Für viele nicht nachvollziehbar.

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DEHOGA kämpft um gleiche, niedrige Steuersätze

Dass Essen je nach Zubereitung und Ort des Verzehrs ungleich besteuert wird, ist für Ralf Schlüter vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband eine schreiende Ungerechtigkeit. "Wir decken Tische ein, mit Porzellan, mit Besteck, bringen den Service an den Gast, wir stellen Räume zur Verfügung. Wir müssen das Ambiente schaffen, dass sich die Gäste wohl fühlen. Und wenn man diese Kultur fördern will, dann kann man nicht so unterschiedliche Steuersätze nehmen." Seit Jahren kämpft der Rügener Hotelier mit seinem Verband für gleiche, niedrige Steuersätze beim Essen - bisher vergeblich. „Nur die Steuern für Hotelübernachtungen wurden 2010 vom Gesetzgeber von 19 auf sieben Prozent gesenkt. Doch das reicht uns nicht“, fügt Schlüter hinzu.

Ermäßigter Steuersatz für Lebensmittel, Kunst, Hotelübernachtungen

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Ob Essen im Restaurant oder in der Imbissbude zubereitet wurde, macht einen entscheidenden Unterschied für die Besteuerung.

Die Umsatzsteuersätze sind in Deutschland im Umsatzsteuergesetz (UStG) geregelt. Laut Paragraph 12 liegt der allgemeine Steuersatz derzeit bei 19 Prozent der Bemessungsgrundlage. Für bestimmte Lieferungen und Leistungen ermäßigt sich dieser Steuersatz seit 2010 auf sieben Prozent, zum Beispiel für Lebensmittel, Bücher und Zeitungen, Kunstgegenstände und Hotelübernachtungen. So wird etwa ein Schnitzel, das im Restaurant auf einem Teller serviert wird mit 19 Prozent besteuert, wird das Schnitzel aber im Brötchen auf einer Parkbank gegessen, dann verlangt der Staat nur sieben Prozent Steuern.

DEHOGA: "Steuern zu Lasten der klassischen Gastronomie"

„So, wie es jetzt geregelt ist, geht die Besteuerung ganz eindeutig zu Lasten der klassischen Gastronomie“, klagt Ralf Schlüter vom DEHOGA. „Abgesehen davon ist diese Regelung absolut umweltunfreundlich, denn wer „to go“ kauft, zahlt weniger, produziert aber jede Menge Müll.“ Ein niedriger Steuersatz für Lebensmittel würde dem Wirtshaussterben im ländlichen Raum entgegenwirken, argumentiert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, er würde für mehr frische und regionale Küche sorgen und eine nachhaltige Tourismusentwicklung stützen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nordmagazin | 21.09.2018 | 19:30 Uhr

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