Digitalpakt: Das ist bisher bei den Schulen in MV angekommen

Stand: 02.10.2020 09:54 Uhr

Die Digitalisierung der Schulen ist Bund und Ländern viel Geld wert. Für Mecklenburg-Vorpommerns Schulen sind aus verschiedenen Töpfen gut 200 Millionen Euro vorgesehen. Doch die Umsetzung ist kompliziert.

von Carolin Kock, NDR 1 Radio MV

Ein 110-Millionen-Euro-Paket haben Bund und Land schon vor eineinhalb Jahren für die Digitalisierung der Schulen in Mecklenburg-Vorpommern geschnürt. Durch die Corona-Pandemie kommen weitere 11 Millionen Euro für Endgeräte wie Laptops und Tablets dazu. Am Mittwoch hatte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) weitere 90 Millionen Euro aus dem Nachtragshaushalt angekündigt. An Geld mangelt es offenbar nicht. Doch was ist seitdem bei den Schulen angekommen?

Rund 7,3 Millionen Euro bewilligt

Laut Bildungsministerium sind bisher rund 7,3 Millionen Euro der verfügbaren Mittel auch bewilligt. Das sage aber nichts darüber aus, inwieweit die Schulen im Land bereits mit digitaler Technik ausgerüstet seien. In Mecklenburg-Vorpommern gilt das Erstattungsprinzip. Das heißt, die Schulträger wie beispielsweise Landkreise und Städte zahlen die Rechnungen zunächst selbst und können sich das Geld dann beim Landesförderinstitut erstatten lassen. Das Ministerium habe keinen Überblick, ob die Schulträger ihre Rechnungen sammeln oder vereinzelt abrufen.

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Starke Unterschiede zwischen den Schulen

Alle Anträge für neue Technik werden nach einem sogenannten Roll-Out-Plan gestellt. Bis 2024 weiß jede Schule, wann sie ihren Antrag stellen kann und muss dafür ein Medienbildungskonzept erarbeiten. Das geht an den Schulträger, der wiederum einen Medienentwicklungsplan erstellen muss. Der wird durch das Landesförderinstitut geprüft und bewilligt. Erst dann kann der Schulträger anfangen, Technik zu bestellen. Das sei zu bürokratisch und langwierig, sagt der Vorsitzende des Philologenverbandes, Jörg Seifert. Nur wenige Schulträger würden freiwillig in Vorkasse gehen. Vor allem die Corona-Pandemie habe den Prozess weiter verzögert. Die Schulen im Land seien deshalb digital sehr unterschiedlich ausgestattet.

11 Millionen Euro für Laptops und Tablets

Mit dem Endgeräte-Programm soll es schneller und unbürokratischer gehen. Aus dem Programm werden Laptops und Tablets für bedürftige Schüler bezahlt. Alle Schulträger wissen seit Juni, für wie viel Geld sie Technik einkaufen können - insgesamt sind es 11 Millionen Euro von denen 27.000 Geräte gekauft werden können. Bisher haben 54 von den rund 600 Schulen im Land aus diesem Programm Geräte beschafft.

Auch Lieferengpässe verzögern Digitalisierung

Alle Bestellungen von Laptops und Tablets müssen durch die Schulträger ausgeschrieben werden. Auch das kostet Zeit. Momentan haben viele Firmen außerdem Lieferengpässe, da während der Corona-Pandemie weniger produziert werden konnte. Das verzögert den Prozess weiter. Einige Schulen haben im Frühjahr ihr Medienkonzept erarbeitet und warten auf ihre Lieferungen. Doch auch wenn die Technik angekommen ist, hörten die Probleme nicht auf, sagt Seifert. Alle Geräte müssten vor Ort gewartet, Lehrer und Schüler eingewiesen werden. Und: Im Fall einer Schulschließung nütze alles nichts, wenn die Schüler zu Hause kein leistungsfähiges Internet haben.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 01.10.2020 | 19:30 Uhr

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