Stand: 03.01.2020 17:56 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Diakonisches Werk Greifswald lehnt AfD-Spende ab

Von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Bild vergrößern
Die Diakonie hat eine Spende der AfD zurück überwiesen. (Symbolfoto)

Das Diakonische Werk Greifswald grenzt sich erneut von der AfD ab. Die kirchliche Einrichtung hat eine 200-Euro-Spende der Demminer AfD-Stadtfraktion für die Demminer Tafel zurück überwiesen. Zur Begründung verwies die Diakonie-Geschäftsführung auf "nationalistische und rechtsextreme Tendenzen" in der Partei. Eine Annahme der Spende würde allen Werten widersprechen, für die die Diakonie stehe, sagte der Greifswalder Diakonie-Geschäftsführer Jürgen Raddatz: "Von einer solchen Partei nehmen wir keine Spende an."

200 Euro für die Demminer Tafel

Die Spende war für die Demminer Tafel bestimmt. Träger der Tafel ist die kirchliche Diakonie. Der Tafel entstehe durch den Wegfall der Spende kein Schaden, hieß es in einer Pressemitteilung der Diakonie. Die Vize-Geschäftsführerin Britta Heinrich erklärte, die Diakonie stehe im Gegensatz zur AfD für eine weltoffene Gesellschaft, die Menschen unabhängig von ihrer Herkunft unterstütze. Auch falls es in der Demminer AfD Menschen mit weniger extremistischen Einstellungen geben sollte, würde allein die Mitgliedschaft in der AfD diese Tendenzen unterstützen. Die Demminer AfD-Fraktion reagierte empört und macht in den sozialen Medien Stimmung gegen die Diakonie. Die betreibe "politische Spielchen".

Diakonie: Ablehnung nicht ungewöhnlich

Die AfD hatte eine Spende aus Sitzungsgeldern für die Stadtvertretung öffentlichkeitswirksam unter anderem über die Lokalausgabe des "Nordkurier" angekündigt. Als das Geld kurz vor Heiligabend zurück überwiesen wurde, bezeichnete sie das gegenüber dem "Nordkurier" als "Schande". Auf eine Darstellung der Diakonie verzichtete die Zeitung. Dabei hatte sich die Diakonie Deutschland bereits im November 2018 in einer Pressemitteilung gegen die AfD positioniert und klargestellt, dass eine Wohlfahrtsorganisation eine Spende annehmen dürfe, aber nicht müsse. Gerade wenn eine Spende medienöffentlich angekündigt werde, sei Vorsicht geboten. Die Ablehnung einer Spende sei jedenfalls nicht ungewöhnlich.

Weitere Informationen

Brutale Chats entfachen neuen Streit in Landes-AfD

Ein neuer parteinterner Streit in der Landes-AfD wird möglicherweise ein Fall für die Gerichte. Es geht um einen angeblichen WhatsApp-Chat, in dem dem Landesvorsitzenden Holm Gewalt angedroht wird. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.01.2020 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern