Stand: 22.01.2020 20:00 Uhr  - NDR 1 Radio MV

"Defender 2020": Caffier nennt erste Einzelheiten

Laut Innenminister Caffier werden Kettenfahrzeuge bei dem Groß-Manöver mit der Bahn und auf Tiefladern transportiert. (Archivbild)

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat Einzelheiten zu den Auswirkungen des bevorstehenden Manövers "US Defender Europe 2020" in Mecklenburg-Vorpommern bekannt gegeben. Demnach ist der Nordosten von der Übung nur auf Nebenrouten sowie auf der Strecke von Hamburg nach Berlin betroffen, wie Caffier am Mittwochabend nach einer Sondersitzung des Bundesrates erklärte, auf der die Landesinnenminister über Einzelheiten zum Manöver informiert wurden.

Kettenfahrzeuge sollen nicht über Straßen rollen

Die Truppenbewegungen erfolgten ausschließlich nachts, außerdem würden keine Kettenfahrzeuge über die Straßen rollen. So sollen Schäden an der Infrastruktur möglichst vermieden werden. Das Material werde stattdessen mit der Bahn und mit Tiefladern transportiert, so Caffier. Außerdem sollen zwei Bundeswehr-Stützpunkte in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) und Hagenow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) genutzt werden. Dort sollen nach früheren Angaben des Bundeswehr-Landeskommandos Konvois mit jeweils 20 Fahrzeugen aufgetankt und die Soldaten versorgt werden.

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Keine Truppenbewegungen über Ostern

Auch zum zeitlichen Ablauf nannte Caffier erste Eckdaten. Demnach wird ab der kommenden Woche zunächst damit begonnen, in Depots aufbewahrtes Material umzulagern. Richtig los gehe es mit der Verlegung der Truppen ab Mitte Februar. Die Kernzeit dauere bis Mitte Mai, so Caffier weiter. Über die Osterfeiertage sollen aber keine Truppen bewegt werden, hieß es aus dem Bundesverteidigungsministerium. Landesregierung und Bundeswehr erklärten, die Öffentlichkeit zeitnah über mögliche Einschränkungen informieren zu wollen - sobald verlässliche Informationen vorliegen.

Szenario: US-Division verlegt nach Osteuropa

An der größten Truppenübung mit Beteiligung der NATO seit 25 Jahren sind 18 Nationen mit insgesamt rund 37.000 Soldaten und rund 10.000 Militärfahrzeugen beteiligt. Das Übungs-Szenario sieht die schnelle Verlegung einer rund 20.000 Soldaten umfassenden US-Division über den Atlantik und durch Europa nach Polen und ins Baltikum vor. Deutschland dient dabei wegen seiner geografischen Lage als logistische Drehscheibe. Das Manöver sei auch als eine Folge der neuen russischen Expansionspolitik mit der Annexion der Krim zu verstehen, hieß es aus dem Verteidigungsministerium.

Caffier: Sorgen der baltischen Staaten ernst nehmen

Die Linke hatte das Manöver und speziell die Ausrichtung gegen Russland mit scharfen Worten kritisiert. Caffier erklärte hingegen, es gelte die Sorgen und Ängste der baltischen Staaten vor Russland ernst zu nehmen. Das Manöver stehe für ihn auch nicht im Widerspruch zu Entspannungsbemühungen mit Russland.

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NDR 1 Radio MV | 22.01.2020 | 20:00 Uhr

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