Eine Pflegekraft begleitet die Bewohnerin eines Altenheims mit Rollator beim Gang durch den Flur. © picture alliance/Oliver Berg/dpa Foto: Oliver Berg

Corona: Jede dritte Infektion in MV im Zusammenhang mit Altenheimen

Stand: 25.01.2021 14:32 Uhr

Fast jede dritte aktuelle Corona-Infektion in Mecklenburg-Vorpommern ist auf Ausbrüche in Altenheimen und vergleichbaren Gemeinschaftseinrichtungen zurückzuführen. In Schulen und Kitas ist die Zahl der Corona-Fälle dagegen derzeit vergleichsweise gering.

Seit Kurzem hat das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) die Lageberichte zur Entwicklung der Corona-Geschehens in Mecklenburg-Vorpommern ausgeweitet. Dadurch wird ein detaillierter Blick auf die Pandemie hierzulande möglich - speziell auch in Altenheimen, Schulen und Kitas. Laut den aktuellen Zahlen sind derzeit mehr als 3.600 Menschen in MV mit dem Coronavirus infiziert, 1.364 von ihnen leben oder arbeiten in Altenpflegeeinrichtungen oder vergleichbaren Gemeinschaftseinrichtungen. Laut der am Montag veröffentlichten Zahlen sind 952 Bewohner und 412 Mitarbeiter betroffen.

Corona: Seit Herbst 96 Pflegeeinrichtungen in MV betroffen

Wie aus den LAGuS-Zahlen weiter hervorgeht, gibt es im Land derzeit 43 aktive Infektionsgeschehen in Alten- und Pflegeheimen. 119 Bewohner oder Mitarbeiter wurden in diesem Zusammenhag in Krankenhäuser eingeliefert. Insgesamt sind seit Ende September vergangenen Jahres in 96 Senioren- und Pflegeeinrichtungen Corona-Infektionen aufgetreten. Dabei hatten sich 2.324 Personen infiziert. Nach Angaben des Sozialministeriums gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 369 stationäre Pflegeeinrichtungen sowie mehr als 600 ambulante Pflegedienste und Tagespflegeeinrichtungen.

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Derzeit geringes Geschehen in Schulen und Kitas

Ein anderes Bild zeigt sich bei den Schulen und Kitas. Aktuell sind laut LAGuS zehn Schüler und elf Lehrer und Mitarbeiter mit Corona infiziert, außerdem 16 Kinder aus Kindertageseinrichtungen und neun Erzieherinnen. In den Schulen und Kitas im Nordosten ist der Unterricht und die Kitakinder-Betreuung derzeit allerdings eingeschränkt. In Kreisen mit hohen Inzidenzwerten findet lediglich eine Notbetreuung statt. Mit Stichtag 14. Januar wurden laut dem Sozialministerium landesweit knapp 56 Prozent der Kita- und Hortkinder zu Hause betreut.

212 Schulen und 122 Kitas und Horte in MV betroffen

Auch die Zahl der aktiven Geschehen an Schulen und Kindertagesstätten ist derzeit vergleichsweise niedrig. Corona-Fälle gibt es zurzeit an elf Schulen im Land sowie acht Kitas. Seit Beginn der Pandemie waren insgesamt 212 Schulen sowie 122 Kitas und Horte in Mecklenburg-Vorpommern betroffen. In ganz Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit laut Statistischem Landesamt 611 Schulen und rund 1.500 Kitas. Insgesamt waren im Zusammenhang mit Corona-Ausbrüchen an Schulen 394 Schüler und 100 Lehrer beziehungsweise Mitarbeiter betroffen. In den Kitas und Horten gab es unter den Kindern 102 Fälle, unter den Mitarbeitern 112.

Bislang 369 Corona-Tote in Mecklenburg-Vorpommern

Seit Beginn der Pandemie sind in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 18.400 Corona-Infketionen nachgewiesen worden. Mehr als 14.500 Menschen sind laut einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts wieder genesen. Bislang starben in Mecklenburg-Vorpommern 369 Menschen im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion - 154 davon lebten oder arbeiteten in Altenpflegeheimen.

Bis Mitte Februar sollen alle Impfwilligen in den Pflegeheimen geimpft sein

Ziel des Gesundheitsministeriums in Schwerin ist es, bis Mitte Februar alle Impfwilligen in den rund 400 Pflegeheimen des Landes - die Bewohner sowie das Personal - zu impfen. Derzeit hilft die Bundeswehr mit rund 100 Soldaten in den Pflegeheimen aus. Sie übernehmen vor allem den organisatorischen Ablauf bei Besuchen - von der telefonischen Anmeldung bis zum Lüften und Desinfizieren der Räume nach einem Besuch.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 25.01.2021 | 14:00 Uhr

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