Eine Frau hält ein selbst gemaltes Schild mit der Aufschrift "Unser Bolzplatz muss bleiben!" in den Händen © NDR Foto: Screenshot
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AUDIO: Bürgerentscheid über Bolzplatz in Loitz gescheitert (1 Min)

Bürgerentscheid über Bolzplatz in Loitz gescheitert

Stand: 24.04.2023 06:29 Uhr

Mit einem Bürgerentscheid sollte der Streit um einen Bolzplatz im Loitzer Ortsteil Wüstenfelde entschieden werden. An der Abstimmung beteiligten sich allerdings deutlich zu wenig Wahlberechtigte.

Am Ende sind am Sonntag bis 18 Uhr nur 363 Stimmen abgegeben worden. Das entspricht bei rund 3.700 Wahlberechtigten in der Kleinstadt Loitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) und den zugehörigen Dörfern lediglich einer Beteiligung von knapp 9,5 Prozent. Laut Gemeindewahlleiterin Annett Blum hätten sich aber mindestens 25 Prozent der Stimmberechtigten beteiligen müssen, damit der Bürgerentscheid erfolgreich ist. Damit bleibt es ohne Auswirkungen, dass eine Mehrheit gegen den Verkauf der gemeinschaftlich genutzten Dorfwiese gestimmt hat.

Interessent will Haus auf Bolzplatz bauen

Im September 2021 hatte die Loitzer Stadtvertretung beschlossen, einen Teil der kommunalen Wiese in Wüstenfelde zu verkaufen. In dem etwas außerhalb gelegenen Ortsteil leben rund 20 Familien. Auf der Wiese wird vor allem Fußball gespielt. Interessiert an der Fläche sei jemand, der aus Berlin mit seiner Familie nach Wüstenfelde zurückkehren und dort ein Haus bauen will, hieß es. In Wüstenfelde stieß der Beschluss auf Widerstand. Für die Einwohner bliebe dann nur ein Areal, das unter anderem wegen einer eingezäunten Sammelgrube schlecht zu nutzen wäre. Mehrere Bürgerinnen und Bürger Wüstenfeldes taten sich zusammen und sammelten Unterschriften, um per Bürgerentscheid über die Zukunft ihres Bolzplatzes abstimmen zu lassen.

Gerichtsbeschluss macht den Weg frei

Die Loitzer Stadtvertretung lehnte dieses hinter verschlossenen Türen ab. Der Stadtvertretung sei es wichtig, einerseits die Dorfgemeinschaft zu erhalten, andererseits Zuzug zu ermöglichen, so Herbert Rösicke, der Präsident der Stadtvertretung - da bedürfe es einiger Kompromissbereitschaft. Die Bolzplatz-Freunde zogen vor das Verwaltungsgericht und verloren zunächst. Das Oberverwaltungsgericht aber hatte kaum Zweifel, dass das Vorhaben rechtens ist. Darum stimmte die Loitzer Stadtvertretung ein zweites Mal darüber ab und ließ es mit knapper Mehrheit zu.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 24.04.2023 | 08:00 Uhr

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