Stand: 18.06.2018 16:29 Uhr

Baustart für die A-20-Behelfsbrücke

An dem eingebrochenen Teilstück der Autobahn 20 bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) haben am Montag die Gründungsarbeiten für die geplante Behelfsbrücke begonnen. Etwa 230 Bohrpfähle werden dazu in den kommenden Monaten in die Erde gebracht, um den Untergrund zu stabilisieren.

Pfähle: 24 Meter lang, 1,20 Meter breit

Die 24 Meter langen Pfähle mit einem Durchmesser von 1,20 Meter müssen von Spezialbohrgeräten in die Erde gebracht werden. Bis zu fünf dieser mehr als 100 Tonnen schweren mobilen Bohrer werden dafür in den kommenden Wochen zum Einsatz kommen. Sie bohren die Löcher für die Pfähle, die später auch die endgültige Brücke tragen sollen. Für sie wurde extra eine stabile Arbeitsebene aus einer etwa 50 Zentimeter dicken Betonschicht errichtet. Anschließend wird ein Stahlgitter, eine sogenannte Armierung in den Boden eingebracht und mit Spezialbeton umgossen. Die Konstruktion der Gründungspfähle soll den Angaben zufolge länger als 20 Jahre halten.

Hintergrund

Das wird die neue Fahrbahn der A 20 bei Tribsees

Seit Oktober 2017 klafft ein Loch auf der A 20 zwischen Rostock und Greifswald im Boden. Das Teilstück bei Tribsees soll mit einer Behelfsbrücke überwunden werden. Derzeit laufen die Bauarbeiten. mehr

Bis zum Herbst sollen die Gründungsarbeiten an dem etwa 600 Meter langen Bereich kurz vor der Einbruchstelle abgeschlossen sein. Dann, so der Zeitplan, soll innerhalb weniger Wochen die Behelfsbrücke montiert werden. Dafür wurden in Emmerich in Nordrhein-Westfalen 27 einzelne Brückensegmente vorgefertigt.

Ziel: Einspurige Befahrbarkeit noch in diesem Jahr

Laut Infrasktrukturministerium in Schwerin soll die Brücke bis Ende 2018 fertiggestellt sein. Allein für diesen Bauabschnitt werden etwa 51 Millionen Euro veranschlagt. Es bleibe beim Ziel, dass der Verkehr noch in diesem Jahr wieder auf einer Spur pro Richtung über die Autobahn rollt, sagte Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD). "Die Arbeiten erfolgen im Zweischichtbetrieb." An den Wochenenden würden die Geräte gewartet. Wenn das Teilstück ab Ende des Jahres wieder beidseitig befahrbar ist, bedeutet dies vor allem für die umliegenden Gemeinden eine deutliche Entlastung.

Videos
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Baubeginn an der A 20

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Die Gründungsarbeiten für die bei Tribsees abgesackte Autobahn 20 beginnen am Montag. Verkehrsminister Pegel geht davon aus, dass die Behelfsbrücke Ende des Jahres befahrbar ist. Video (02:18 min)

Autobahn frühestens 2021 wieder komplett befahrbar

Die Gesamtkosten - sowohl für die Behelfsbrücke als auch für die endgültige Wiederherstellung der bundeseigenen Autobahn - schätzt das Verkehrsministerium auf rund 150 Millionen Euro. Im Herbst 2017 war das Loch in der Fahrbahn der Autobahn entstanden und hatte sich immer weiter vergrößert - bis auf 100 Meter Länge. Wieder vollständig befahrbar sein soll die A 20 erst frühestens 2021.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.06.2018 | 12:00 Uhr

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