Zwei Polizisten stehen vor einer Straßenbahn in Hannover. © picture alliance/Hauke-Christian Dittrich Foto: Hauke-Christian Dittrich

Maskenpflicht: Bundespolizei registriert 430 Verstöße

Stand: 07.12.2020 20:00 Uhr

Bei einem bundesweiten Aktionstag haben Beamte der Bundespolizei am Montag in Niedersachsen, Bremen und Hamburg kontrolliert, ob Bahn-Passagiere eine Maske tragen.

Die Bilanz: Insgesamt 430 Verstöße im Zeitraum von 10 bis 19 Uhr. "Normalerweise gibt es durchschnittlich 320 Ermahnungen pro Tag - allerdings von 0 bis 24 Uhr", sagte ein Sprecher der Bundespolizei NDR.de am Montagabend. Die Beamten patrouillierten in Zügen und an den Gleisen sowie in den Hauptbahnhöfen von Bremen, Hamburg und Hannover. In Hannover seien etwa 100 Personen angesprochen und ermahnt worden, so der Sprecher weiter. Hintergrund ist die wegen der Corona-Pandemie geltende Maskenpflicht in Zügen und auf Bahnhöfen.

Nur wenige Fahrgäste uneinsichtig

Die Reaktionen der ermahnten Fahrgäste seien meist verständnisvoll ausgefallen. "Nur etwa ein Prozent ist uneinsichtig", sagte der Sprecher. Dann würden die Personalien aufgenommen und an das Gesundheitsamt weitergegeben. Dort werde dann ein Bußgeldverfahren eingeleitet. "Jeder einzelne dieser 100 Fälle ist ein Risikoträger", sagte der Sprecher.

Pflicht ab sechs Jahren

Auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern schauen Sicherheitskräfte und Behördenmitarbeitende gezielt danach, ob alle in Bussen, Straßenbahnen und Zügen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Denn die ist in allen Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs für Fahrgäste ab einem Alter von sechs Jahren Pflicht. Zu dem Aktionstag hatte das Bundesverkehrsministerium aufgerufen.

Kontrollen in Fernverkehrszügen im ganzen Dezember

Die Deutsche Bahn weitet die Maskenkontrollen auf den gesamten Dezember aus. In der Hälfte aller Fernverkehrszüge seien Sicherheitsteams aus Mitarbeitenden der Bahn und der Bundespolizei an Bord, um auf die Einhaltung der Maskenpflicht hinzuweisen. Damit verdoppele die Bahn ihre Kontrollen im Fernverkehr. Unverändert werde auch weiterhin täglich in den Regionalzügen und auf den Bahnhöfen kontrolliert.

Über Weihnachten wird noch mal aufgestockt

Verstöße gegen die Maskenpflicht im Fernverkehr der Deutschen Bahn sind nach Angaben von Personenverkehrsvorstand Berthold Huber inzwischen die "absolute Ausnahme". "Damit das so bleibt und sich unsere Kunden noch sicherer fühlen, erhöhen wir zu Weihnachten erneut die Kontrollen", kündigte er an. Um täglich mehr Sitzplätze zur Einhaltung des Mindestabstands anbieten zu können, will die Bahn zudem vom 18. bis 27. Dezember Sonderzüge einsetzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.12.2020 | 12:00 Uhr

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