Ein Mädchen wird geimpft, im Vordergrund das Vakzin. © dpa picture alliance Foto: Frank Hoermann/Sven Simon

Jung gegen Alt? Impfen für den Präsenzunterricht

Sendung: NDR Info Hintergrund | 03.06.2021 | 20:35 Uhr | von Augustin, Birgit
25 Min | Verfügbar bis 03.06.2022

Steigende Impfquoten und gesunkene Inzidenzwerte für Corona-Erkrankte lassen einige Pandemieschranken fallen. Alte Freiheiten und gelernte Routinen kehren langsam ins öffentliche Leben zurück - auch ins Schulleben. Mehrere Bundesländer haben die Gunst der Stunde genutzt und sind kurz vor den Sommerferien zurück in den Präsenzunterricht gewechselt. 

Nicht ohne Risiko. Denn die meisten Schüler und Schülerinnen sind bislang nicht geimpft. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat zwar gerade den Impfstoff von Biontech/Pfizer auch für 12- bis 15Jährige zugelassen. Anders als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn steht die Ständige Impfkommission in Deutschland der Impfung von Jugendlichen bislang reserviert gegenüber. 
Zudem gibt es wahrscheinlich bis in den Sommer hinein nicht genügend Impfstoff für alle Bundesbürger.

Kultusminister*innen, Schulleitungen und Bildungsforschende machen dagegen Druck. Sie verweisen auf massive Lerndefizite und fehlende soziale Kompetenzen bei Schüler*innen, die sich durch monatelanges Homeschooling mit teilweisem Wechselunterricht angehäuft hätten.  Mit zeitaufwändigen Klassen-Testungen starten viele Schulen jetzt wieder in den Präsenzunterricht. Eine Rostocker Schule hat sogar in einem geförderten Pilotprojekt allen Kindern die sehr genaue PCR-Testung angeboten - mit Einverständnis der meisten Eltern. Doch die Kosten dafür sind so hoch, dass es für Schulen kaum flächendeckend zu übertragen ist.