Stand: 02.05.2016 18:55 Uhr

Wohnungsmisere: Höhere Häuser an Hauptstraßen?

Noch sind die Überlegungen unter Verschluss, doch auf einer Expertentagung der Stadtentwicklungsbehörde in der vergangenen Woche stieß die Idee auf Zustimmung: Hamburgs Behörden prüfen den Bau Zehntausender Wohnungen an den Hauptverkehrsstraßen. Nach Informationen von NDR 90,3 könnten allein in Altona 20.000 Wohnungen entstehen, wenn niedrige Häuser abgerissen und durch höhere ersetzt werden.

Für drei Hauptstraßen durchgerechnet

Häufig säumen nur zweistöckige Mietshäuser aus der Nachkriegszeit oder Einzelhäuser die Hamburger Hauptstraßen. Kauft man sie den Besitzern ab und ersetzt sie durch enger gestellte fünfstöckige Bauten, entstünde ein riesiges Neubaupotenzial, so die Überlegungen. Der Bezirk Altona ließ das für drei Hauptstraßen durchrechnen: An der Luruper Haupstraße, der Sülldorfer und der Osdorfer Landstraße könnten 20.000 Wohnungen entstehen.

Enteignung? "Das wird nicht passieren"

Der Vorsitzende von Altonas Bezirksversammlung, Frank Toussaint (SPD), findet das überlegenswert. "Wenn man in Hamburg noch in großem Umfang bauen will und nicht an die Parks ran will, dann ist daran zu denken, an großen Straßen dichter und höher zu bauen", sagte Toussaint. Auf keinen Fall dürfe die Stadt Besitzer aber unter Druck setzen: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand auf die Idee kommt, zu enteignen, um dort ein Hochhaus zu bauen. Das wird nicht passieren." Die dichtere Bebauung der Hauptstraßen, die in München bereits praktiziert wird, würde aber Jahrzehnte brauchen.

Auch andere Bezirke prüfen

Der Bezirk Harburg genehmigt nun Wohnblöcke an der lauten Winsener Straße. Und Eimsbüttel prüft gleich drei Verkehrsachsen: Kieler Straße bis Holsteiner Chaussee, Grindelallee bis Kollaustraße und Osterfeldstraße bis Sportplatzring.

Grundeigentümerverband skeptisch

Hamburgs Grundeigentümerverband reagierte skeptisch auf die Überlegungen. Der Vorsitzende Heinrich Stüven sagte NDR 90,3: "Die Theorie ist schön, aber die Praxis ist grau." Wie wolle die Stadt private Eigentümer überzeugen, ihre Häuschen zu verkaufen? Die könnten völlig unrealistische Summen verlangen, sagte Stüven.

Der Hamburger Senat hatte in der vergangenen Woche das Ziel auf 10.000 Wohnungsbaugenehmigungen pro Jahr hochgeschraubt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.05.2016 | 18:00 Uhr

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