Volkstrauertag: Hamburg gedenkt der Opfer von Krieg und Gewalt

Stand: 14.11.2021 15:28 Uhr

Am Internationalen Mahnmal der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und an der Ernst-Barlach-Stele am Rathaus haben Hamburgische Bürgerschaft und Senat am Volkstrauertag der Opfer von Krieg, NS-Gewaltherrschaft und Terrorismus gedacht.

Am Vormittag legten die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) und Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) Kränze nieder. Fegebank betonte in ihrer Rede an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme: "Heute gilt mehr denn je die Aufforderung an uns alle: Wir müssen Antisemitismus, Rassismus, Ablehnung und Ausgrenzung von Minderheiten mutig und entschieden entgegentreten. Es ist wichtig, dass wir uns bewusst an das Leid von Opfern von Krieg und Gewalt erinnern. So können wir besser verstehen, dass Freiheit und Frieden nicht selbstverständlich sind, sondern jeden Tag von uns aufs Neue erkämpft und verteidigt werden müssen." Für sie sei das Entscheidende, die "Trauer und das Gedenken mit Hoffnung auf eine friedliche Zukunft zu verbinden".

Bürgerschaftspräsidentin Veit sagte in ihrer Rede an der Ernst-Barlach-Stele: "Wir gedenken der Opfer des nationalsozialistischen Terrors und der Toten der beiden Weltkriege. Wir rufen uns das Grauen von Krieg und Terror ins Gedächtnis, um den Gedanken des 'nie wieder' wach zu halten." Die Hamburgische Bürgerschaft und zahlreiche andere beteiligte Organisationen würden dieses Gedenken auch 76 Jahre nach der Befreiung wach halten.

Zentrale Gedenkstunde im Rathaus

Am Nachmittag gab es eine Gedenkstunde im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses. Veit sagte dort, der Kampf gegen das Vergessen sei auch in Zukunft möglich, denn es gebe "so viel an dokumentarischem Material, an Bildern, Filmen und neuen wissenschaftlichen Untersuchungen, dass unser Gedenken in die Zukunft getragen werden kann." Auch die Vorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Hamburg, Karen Koop, sprach im Rathaus. Sie warnte vor einem Erstarken des rechtsextremen Gedankenguts auch durch Corona: "Die Ungewissheit im Zuge der Pandemie hat Raum gegeben für abstruse Ideen und Verhaltensweisen, die wir schon überwunden geglaubt hatten."

Volkstrauertag: Aufruf zu Toleranz und Frieden

Am Volkstrauertag wird der Toten von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Der nationale Gedenktag für die Opfer der beiden Weltkriege und des Nationalsozialismus findet immer jeweils zwei Sonntage vor dem ersten Advent statt. Die Kranzniederlegungen und Gedenkstunden sollen zur Versöhnung und Völkerverständigung beitragen und rufen zu Toleranz und Frieden auf.

Weitere Informationen
Kränze in der Neuen Wache in Berlin. © dpa Bildfunk Foto: Jörg Carstensen

Volkstrauertag: Gedenken an Opfer von Gewalt

Der Volkstrauertag gehört zu den "stillen Feiertagen". Seit 1922 erinnert er an die Opfer von Kriegen und Gewalt. Im Bundestag spricht der Bundespräsident das Totengedenken. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.11.2021 | 16:00 Uhr

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