"Veddeler Fischgaststätte" droht der Umzug

Stand: 24.10.2021 09:20 Uhr

Riesige Portionen Backfisch und Salate nach Geheimrezepten aus den 1930er-Jahren: Zwischen Bahngleisen und Autobahn liegt die "Veddeler Fischgaststätte". Hier hat sich in den vergangenen Jahrzehnten wenig verändert. Doch Pläne zur Umgestaltung des Stadteingangs gefährden die Hamburger Institution.

Die Stadt Hamburg will das Areal um die Elbbrücken neu gestalten. Um die alten Zollhallen herum soll gebaut werden. Eine Verlegung der Fischbratküche sei bei den derzeitigen Plänen unumgänglich, so die Behörde. Sie sehen vor, die Gaststätte in die Zollhallen oder in einen nahegelegenen Neubau zu verlegen. Für den Familienbetrieb kommt dies aber nicht infrage.

Historischer Bratofen ist heißer als eine Fritteuse

Ein Grund dafür ist der Bratofen, der aus den 1920er-Jahren stammt und vermutlich nicht mit umziehen dürfte. Er schafft weit mehr als 200 Grad und wird somit heißer als eine Fritteuse. "Das ist sehr wichtig, weil sonst der Teig nicht richtig kross wird und sich vollsaugt mit dem Fett", sagt Betreiber Christian Butzke. Nur am jetzigen Standort hat der Ofen Bestandsschutz.

Fischbratküche: "Ein Stück Geschichte geht verloren"

Mit dem Standort ginge für Butzke auch ein Stück Geschichte verloren. Der Tresen hat 1962 sogar die Sturmflut überstanden. "Der Charme der 1950er-Jahre, den wir hier im Gastraum haben, der ginge verloren - und das ist eins unserer Alleinstellungsmerkmale", so Butzke. In einem anderen Gebäude die Einrichtung wieder aufbauen ist für Olivia Butzke nicht authentisch. "Wir wollen hier bleiben", sagt sie. "Und das ist ganz, ganz wichtig, dass wir diesen Standort behalten, damit Ofen und Haus weiterhin zusammenarbeiten und auch für die ganzen Gäste weiterhin da sind." Familie Butzke will kämpfen und notfalls Unterschriften sammeln, damit ihre Fischgaststätte genauso urig bleibt, wie sie ist.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 23.10.2021 | 19:30 Uhr

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