Stand: 20.08.2020 15:52 Uhr

Tschentscher spricht mit Wirtschaft über Corona-Krise

Gut viereinhalb Monate nach Beginn des Corona-Soforthilfeprogramms für kleine und mittlere Firmen hat Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) Unternehmerinnen und Unternehmer zu einem Gespräch über die aktuelle Lage im Rathaus empfangen. Der Einladung in den Großen Festsaal folgten am Donnerstag knapp 30 Unternehmerinnen und Unternehmer. Man habe darauf geachtet, dass Vertreterinnen und Vertreter aller Branchen dabei waren, sagte Tschentscher. "Wir wollen einen Überblick bekommen", erklärte der Bürgermeister.

Keine Beschlüsse, sondern offener Austausch

Für das Treffen gab es keine vorgegebene Tagesordnung, sondern ein offenes Ohr für Veranstalter, Ladenbesitzer, Schausteller, Club- und Kinobetreiber, Banken, Schausteller und Taxifahrer. "Es ist auch wichtig, ein Feedback zu bekommen, eine Reaktion auf die Hilfskonzepte, die wir ja auch in Hamburg umgesetzt haben", sagte Tschentscher. Er wollte, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer "auch praktische Beispiele dafür nennen, wo der Schuh drückt."

Branchen unterschiedlich betroffen

Klar sei bereits, dass die Branchen sehr unterschiedlich betroffen seien, erklärte Tschentscher. Einige machten sogar mehr Umsatz als vor der Corona-Krise. Andere, wie etwa die Bauwirtschaft, arbeiteten fast normal weiter. "Aber es gibt eben viele Branchen, die sehr stark betroffen sind", sagte Tschentscher etwa mit Blick auf die Veranstaltungsbranche.

Wirtschaft wünscht sich einheitliche Lösungen

Ein Punkt bei dem Gespräch: Einschränkungen sollten immer wieder am neuesten Stand der Forschung ausgerichtet sein, etwa in der Frage, ob beispielsweise unter strengen Hygieneregeln und Maskenpflicht Veranstaltungen in geschlossenen Räumen möglich sind. Zudem gab es den Wunsch nach bundeseinheitlichen Lösungen. Die Logistikbranche sprach sich gegen Grenzschließungen aus.

Ziel: Arbeitsplätze erhalten

Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) vereinbarte mit Gewerkschaften und Arbeitgebern einen gemeinsam Kurs, um Arbeitsplätze in Hamburg zu erhalten. Jobsicherung dürfe nicht dazu führen, Arbeitnehmerrechte zu beschneiden, erklärte dazu der Deutsche Gewerkschaftsbund Hamburg.

Hamburg hat mehr als halbe Milliarde Euro ausgezahlt

Tschentscher kündigte an, die Erkenntnisse aus der Runde in die weitere politische Arbeit einzubeziehen. Hamburg hat bereits mehr als 500 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel als Corona-Soforthilfe ausbezahlt. Noch bis Ende August können kleine und mittlere Unternehmen mit massiven Umsatzeinbrüchen Unterstützung aus der zweiten Corona-Überbrückungshilfe des Bundes beantragen. Dafür stehen bundesweit 25 Milliarden Euro zur Verfügung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.08.2020 | 14:00 Uhr

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