Todesfahrt auf Köhlbrandbrücke: Geldstrafe und Freispruch

Stand: 16.08.2022 18:33 Uhr

Bei einem schweren Unfall auf der Köhlbrandbrücke war vor drei Jahren ein 24-jähriger Mann ums Leben gekommen. Der Unfallfahrer war sein eigener Bruder. Den heute 25-Jährigen hat das Amtsgericht Harburg am Dienstag wegen fahrlässiger Tötung zu 7.200 Euro Geldstrafe verurteilt. Ein am Unfall beteiligter 29 Jahre alter Mann wurde freigesprochen.

Die schlimmste Strafe habe der 25-jährige Angeklagte schon bekommen, sagte seine Anwältin vor dem Urteil: Er werde für immer damit leben müssen, verantwortlich für den Tod seines älteren Bruders zu sein. Die beiden waren am späten Abend des 25. März 2019 mit einem Audi auf der Köhlbrandbrücke unterwegs.

Elke Spanner, NDR 90,3, berichtet über einen Prozess. © NDR
AUDIO: Urteil nach Unfall auf Köhlbrandbrücke (1 Min)

Auf der Brücke ins Schleudern geraten

Durch einen Zusammenstoß mit einem Lkw wurde die Beifahrerseite eines silbernen Pkw schwer verformt. © TV News Kontor Foto: Screenshot
Bei dem Unfall kam der Beifahrer des Audis ums Leben.

Laut einem Gutachter fuhr der Angeklagte mit 70 bis 100 Kilometern pro Stunde über die Finkenwerder Straße zur Köhlbrandbrücke, bei einem Abstand von nur 1,5 bis 2 Metern zu dem BMW des ebenfalls Angeklagten. Auf der Brücke geriet der 25-Jährige dann mit seinem Auto bei 138 bis 164 Kilometern pro Stunde ins Schleudern und kollidierte mit einem Lastwagen.

Acht Monate Haft gefordert

Die Beifahrerseite wurde komplett aufgerissen, der 24-jährige Bruder starb noch am Unfallort. Die Staatsanwältin hatte den Fahrer wegen eines verbotenen Autorennens mit Todesfolge angeklagt und acht Monate Haft auf Bewährung verlangt. Sie war davon überzeugt, dass er sich ein Rennen mit dem 29 Jahre alten BMW-Fahrer geliefert hatte, der jetzt neben ihm auf der Anklagebank saß.

Richter: Rennen ist nicht zu beweisen

Ein solches Rennen war laut dem Richter aber nicht zu beweisen. Ob es eine Absprache zwischen den Fahrern zum Kräftemessen mit höchstmöglicher Geschwindigkeit gab, sei trotz der Aussagen mehrerer Augenzeugen offen geblieben. Das Gericht verurteilte den Audi-Fahrer nur zu einer Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung und sprach den BMW-Fahrer frei.

Weitere Informationen
Justitia © dpa

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.08.2022 | 19:00 Uhr

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