Stand: 23.01.2019 06:29 Uhr

Schlagermove: Zweifel an Alternativrouten

Wird es auch in Zukunft einen Schlagermove in Hamburg-Mitte geben? Und wo genau soll er stattfinden? Mit diesen Fragen hat sich am Dienstagabend der City-Ausschuss des Bezirks beschäftigt. Der Veranstalter des Umzugs, an dem in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 350.000 und 500.000 Schlager-Fans teilnahmen, stellte dabei in einer öffentlichen Anhörung vier mögliche Alternativrouten vor, die ihm von Bezirkspolitikern der SPD und der Grünen vorgeschlagen worden waren.

Anwohner fühlen sich gestört

Hintergrund sind die Belastungen der Bewohner St. Paulis durch die Großveranstaltung. Einige Anwohner bezeichneten den Schlagermove bei der Sitzung als jährliches Ärgernis: Laut, dreckig und störend. Andere haben sich mit dem bunten, fröhlichen Fest nach eigener Aussage arrangiert oder feiern sogar gern mit. Besonders die Gewerbetreibenden auf dem Kiez schwärmten bei der Anhörung von den Scharen der Schlager-Fans, die ihre Geschäften durch das Sommerloch retten. Im vergangenen Jahr allerdings wurde die Massenveranstaltung endgültig zum Zankapfel des Viertels, fiel er doch auf das gleiche Wochenende wie der Triathlon und ein Helene-Fischer-Konzert.

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Der Schlagermove findet bereits seit 22 Jahren auf dem Kiez statt. Zuletzt kamen zwischen 350.000 und 500.000 Schlager-Fans.

Neben einem reinen Rundkurs um das Heiligengeistfeld, einer Umrundung der Binnenalster oder des Michels nebst Portugiesenviertel wurde auch eine Verlagerung zum Großmarktgelände diskutiert. In allen vier Fällen kam der Veranstalter, die Hossa Hossa GmbH, zu dem Schluss, dass die Routen schon aus organisatorischen und Sicherheitsgründen ungeeignet seien. Dabei wurde die Einschätzung von Experten von Polizei und Feuerwehr größtenteils geteilt.

Veranstalter: Mehr Toiletten und Reinigungstrupps

Ziel sei es deshalb "definitiv, auf dem Kiez zu bleiben", sagte Axel Annink von Hossa Hossa. Er verwies auch auf zahlreiche Verbesserungen der letzten Jahre wie mehr mobile Toiletten gegen das Wildpinkeln und Reinigungstrupps, die den Müll entlang der Umzugsstrecke beseitigen würden. Außerdem gebe es umfangreiche Anwohnerinformationen.

Eine Entscheidung über die Verlagerung, die ohnehin erst den Schlagermove 2020 betreffen könnte, wurde vom Ausschuss nicht getroffen. Während SPD und Grüne die Einschätzungen des Veranstalters kritisch sahen, kam von der CDU Zustimmung zu einem Festhalten an der bisherigen Durchführung des Großereignisses.

Karte: Der Streckenverlauf beim Schlagermove

Keine Parallelveranstaltungen

Dass es in diesem Jahr keine Parallelveranstaltung wie den Triathlon geben soll, haben die zuständigen Gremien bereits zugesagt. Der Schlagermove findet bereits seit 22 Jahren in dem Amüsierviertel statt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.01.2019 | 06:00 Uhr

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