Stand: 10.07.2016 08:46 Uhr

Schanzenhof: Demo für Erhalt des "3001"-Kino

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Im März hatten Anwohner auf dem Schanzenfest ihre Solidarität mit dem Schanzenhof gezeigt. (Archivbild)

Im Hamburger Schanzenviertel haben am Samstagabend rund 100 Anwohner für den Erhalt des Schanzenhofes demonstriert. Sie befürchten, dass der Eigentümer nach dem Hostel "Schanzenstern" auch dem Programmkino "3001" kündigen könnte. Der Protest fand direkt vor dem neuen "Pyjama Park"-Hotel statt, dem Nachfolger des Schanzenstern-Hostels.

Demonstranten lautstark aber friedlich

Polizeibeamte sicherten das Gebäude. Die Demonstranten schlugen unter anderem mit Kochlöffeln auf mitgebrachte Töpfe und Pfannen, um lautstark ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Der Protest blieb aber friedlich.

Die Fronten in dem Konflikt um die Zukunft des alternativen Schanzenhofes bleiben verhärtet: Ende März waren die Verträge einiger Mieter nicht verlängert worden, weil sie sich geweigert hatten, eine Mieterhöhung von mehr als 60 Prozent zu bezahlen. In den Gebäuden waren das Hostel Schanzenstern sowie Musiker und Kulturschaffende beheimatet, ebenso die Drogenhilfeeinrichtung Palette, die noch bleiben darf, bis sie neue Räume bezieht.

Demonstranten kritisieren "Repression" gegen Kino

Das "3001"-Kino ist weiterhin im Schanzenhof. Die Demonstranten kritisierten nun am Sonnabend, dass die Kino-Betreiber aber bereits ihre Außengastronomie aufgeben mussten und vom Eigentümer aufgefordert wurden, ihre Kino-Schaukästen von der Fassade zu entfernen. Dieses Vorgehen bezeichneten sie als "Repressionen".

2013 hatte die Immobilienfirma HWS das Haus gekauft. In einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" hatte Geschäftsführer Maximilian Schommartz eine Abmahnung wegen unerlaubter Nutzung des Innenhofs bestätigt. Das "3001"-Kino wolle er aber erhalten und von Verdrängung könne keine Rede sein.

Erst städtisch, dann privatisiert

Entstanden war das soziokulturelle Zentrum Schanzenstern, als 1990 die Füllfederhalterfirma Montblanc ihre Fabrik aufgab, die Stadt das Ensemble aus fünf Gebäuden kaufte und unter anderem an Kulturschaffende günstig vermietete. Im Jahr 2006 war der Schanzenhof dann von der Stadt an Investoren verkauft worden.

Der Konflikt um den Schanzenhof läuft seit Monaten. Im März hatten Linksautonome den Schanzenhof besetzt und die Schlüsselübergabe an die neuen Mieter behindert. Aus Solidarität mit den Schanzenhof-Mietern war auch das diesjährige Schanzenfest vorverlegt worden. Im Anschluss daran hatten Autonome im Viertel randaliert.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.04.2016 | 08:00 Uhr

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