Stand: 05.05.2020 18:35 Uhr  - NDR 90,3

SPD-Bundestagsabgeordneter Kahrs legt alle Ämter nieder

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Seit 1998 im Bundestag: Der Hamburger SPD-Abgeordnete Johannes Kahrs.

Nach seiner Nicht-Berücksichtigung als Wehrbeauftragter verlässt der Hamburger SPD-Politiker Johannes Kahrs mit sofortiger Wirkung den Bundestag. Der 56-Jährige kündigte am Dienstag in einer Erklärung an, dass er mit Ablauf des Tages von seinem Mandat und allen politischen Ämtern zurücktrete.

Nicht als Wehrbeauftragter vorgeschlagen

Die Fraktionsspitze der Sozialdemokraten hatte die Berliner Abgeordnete Eva Högl als neue Wehrbeauftragte vorgeschlagen und sich damit gegen Kahrs entschieden. Kahrs räumte in seiner Erklärung ein, dass er gerne für das Amt des Wehrbeauftragten kandidiert hätte. Er akzeptiere die Entscheidung und wünsche Högl viel Erfolg. Högl soll am Donnerstag als Nachfolgerin von Hans-Peter Bartels (SPD) in das Amt gewählt werden. Der Wehrbeauftragte des Bundestags gilt als Anwalt der Bundeswehr-Soldaten.

"Ich wollte einen Neuanfang in der Politik"

Kahrs war in der SPD-Fraktion des Bundestages bisher hauptsächlich für die Haushaltspolitik zuständig. "Ich wollte einen Neuanfang in der Politik", schrieb Kahrs in seiner Erklärung. "Da mir die Bundeswehr sehr am Herzen liegt, als Oberst der Reserve, ehemaliges Mitglied im Verteidigungsausschuss oder als langjähriger Berichterstatter für das Verteidigungsministerium im Haushaltsausschuss, hätte ich gerne für das Amt des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages kandidiert." Nun suche er außerhalb der Politik einen Neuanfang.

SPD-Politiker Kahrs beendet politische Karriere

Hamburg Journal -

Der Hamburger Sozialdemokrat Johannes Kahrs hat sein Bundestagsmandat und alle politischen Ämter niedergelegt, weil er nicht für die Wahl zum Wehrbeauftragten vorgeschlagen worden war.

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Viel Geld für Hamburger Projekte eingeworben

Seit 1998 saß Kahrs im Bundestag, er war 18 Jahre Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Hamburg-Mitte und langjähriger Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises. Im Haushaltsausschuss des Bundestages hatte Kahrs immer wieder erfolgreich für Hamburger Groß-Projekte geworben und so viel Geld aus Berlin an die Elbe gebracht. Trotzdem war Kahrs auch in der SPD umstritten: Er sah sich Klüngelei-Vorwürfen ausgesetzt und war immer wieder in innerparteiliche Kämpfe verwickelt.

Die Hamburger Landesvorsitzende der SPD, Melanie Leonhard, erklärte, sie respektiere Kahrs' Entscheidung, "auch wenn sie einen großen Einschnitt für Hamburg und die SPD bedeutet". Im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb Leonhard: "Sein Engagement für die Stadt im Bundestag und für seinen Wahlkreis vor Ort war herausragend, sein Engagement für die SPD beispielhaft."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.05.2020 | 19:00 Uhr

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