Stand: 18.05.2017 17:40 Uhr

Route für G20-Abschlussprotest steht fest

Die Route für eine der beiden großen Abschlussdemonstrationen zum G20-Gipfel am 8. Juli in Hamburg steht fest. Der Protestzug, den der Bundestagsabgeordnete Jan van Aken angemeldet hat (Die Linke) und zu dem bis zu 100.000 Menschen erwartet werden, soll nun am Deichtorplatz an den Deichtorhallen starten und über die Willy-Brandt-Straße zur Reeperbahn und Simon-von-Utrecht-Straße führen. Sieben Wochen vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs ist allerdings weiter unklar, ob die abschließende Kundgebung dieses größten Protests der Gipfelwoche auf dem Heiligengeistfeld stattfinden darf. Auch das fünfte Kooperationsgespräch zwischen Polizei und Gipfelgegnern am Donnerstag brachte diesbezüglich keine Einigung. Die Anmelder der Großkundgebung kündigten an, den Behörden eine letzte, einwöchige Frist zu gewähren. Andernfalls wollen sie den Veranstaltungsort Heiligengeistfeld vor Gericht einklagen.

Konträre Meinungen

"Das Heiligengeistfeld ist ein Areal, das aufgrund der Größe und der Nähe zu den Messehallen aus Sicht der Polizei nicht zur Verfügung stehen kann", sagte Polizeisprecher Timo Zill. Einerseits würden dort während des Gipfels umfangreiche Sanierungs- und Sondierungsarbeiten umgesetzt, andererseits sprächen Sicherheitsbelange dagegen. Für den Bündnissprecher Yavuz Fersoglu hingegen kommt der von der Stadt vorgeschlagene Millerntorplatz für die Abschlusskundgebung nicht infrage. Dessen Größe reiche nicht aus, um beispielsweise Info-, Essens- und Getränkestände einzurichten. "Zum anderen möchten wir in Hör- und Sehweite zur Messehalle sein, wo die G20-Repräsentanten tagen", sagte Fersoglu.

Zahnbürste wird Protestsymbol

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Die Zahnbürste soll zum Protestsymbol gegen G20 werden.

Zum Symbol des Protests haben G20-Kritiker zudem die Zahnbürste erklärt. "Wir wollen vorbereitet sein: Wenn uns die Polizei einknastet, haben wir unsere Zahnbürste dabei", sagte die Sprecherin von "Grenzenlose Solidarität statt G20", Emily Laquer. Die Zahnbürste erinnere zudem an die Proteste von Anfang 2014 in Hamburg. Damals hatte die Polizei nach schweren Krawallen Ende 2013 über Tage fast ganze Stadtteile zum Gefahrengebiet erklärt. Symbol der Proteste dagegen war die Klobürste.

Boots-Protest im Test

Derweil haben andere G20-Kritiker ihren Protest geübt. Unter dem Motto "Rauf aufs Wasser für eine andere Politik" haben sich am Donnerstag paddelnde Aktivisten der "G20 Protestwelle" auf der Binnenalster getroffen, um für ihre Demonstration Anfang Juli zu werben. Etwa 20 Menschen machten sich auf Kanus, Surfbrettern oder Paddelbooten für eine andere Politik der G20 stark.

Das Bündnis "G20 Protestwelle" plant am 2. Juli einen Protestzug mit Zehntausenden Teilnehmern, ein buntes Bannermeer und eine Bootsdemo auf der Binnenalster. Der G20-Gipfel selbst findet am 7. und 8. Juli statt.

Nicht gegen den Gipfel an sich

Getragen wird das Bündnis unter anderem von den Umweltorganisationen Greenpeace und BUND, von Campact, vom DGB Nord und vom Verein Mehr Demokratie. Die Organisatoren betonten in der Vergangenheit, dass sie nicht gegen den G20-Gipfel an sich seien. Anders als bei den G7- und G8-Gipfeln, wo ein illustrer Kreis glaube Politik für die ganze Welt zu machen, seien die G20 als Institution ein Fortschritt, erklärten sie. Die G20 verträten tatsächlich große Teile der Weltbevölkerung. Problematisch sei jedoch deren Politik.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.05.2017 | 17:00 Uhr

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