Stand: 23.06.2020 13:24 Uhr

Rapper Gzuz: Selfies auf dem Weg ins Gericht

Mit der Verlesung der Anklage und ersten Zeugenbefragungen hat am Dienstag in Hamburg der Prozess gegen Gangster-Rapper Gzuz begonnen. Dem Mitglied der Hamburger Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande werden unter anderem Verstöße gegen das Waffengesetz, Drogenbesitz und Körperverletzung vorgeworfen.

In der Silvesternacht 2018/2019 soll der 31-Jährige aus einer Schreckschusspistole mehrere Schüsse mit pyrotechnischer Munition abgefeuert und Videoaufnahmen davon im Internet hochgeladen haben. Außerdem soll er im Februar dieses Jahres versucht haben, eine Sauerstoffflasche aus einem unverschlossenen Rettungsfahrzeug zu stehlen. Im März soll er dann auf der Reeperbahn einer Frau mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben.

"Die Scherze mache hier ich"

Der Rapper Gzuz, Mitglied der Hamburger Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande, auf dem Weg in einen Gerichtssaal in Hamburg. © picture-alliance/dpa Foto: Christian Charisius
Selfies auf dem Weg in den Gerichtssaal: Diesmal erschien der Rapper Gzuz zum Prozess.

"Ich glaube, Sie wollen Ihren Kaugummi loswerden", sagte der Richter zu Beginn zu dem Angeklagten. Gzuz schluckte einmal kräftig, dann zwinkerte er dem Richter zu und lachte. Doch das Lachen wurde nicht erwidert. "Die Scherze mache hier ich", so der Richter. In aggressivem Ton ging es weiter. Zu den Vorwürfen sagte der 31-Jährige entweder nichts, oder, dass er betrunken war.

Befangenheitsantrag gegen Richter

Der Anwalt des Rappers stellte einen Befangenheitsantrag gegen den Richter, weil dieser Gzuz im Februar inhaftieren ließ. Und es läuft nicht nur der Befangenheitsantrag gegen den Richter, sondern auch eine Strafanzeige wegen der Inhaftierung im Februar: Der Rapper hatte ihn wegen Freiheitsberaubung und Rechtsbeugung angezeigt.

Gzuz pünktlich erschienen

Gzuz ist bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten, unter anderem wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung. Zum Prozessauftakt Mitte Februar war er nicht erschienen und musste daraufhin wegen unentschuldigten Fernbleibens eine Kaution von 100.000 Euro zahlen. Diesmal erschien der 31-Jährige in Begleitung seines Anwalts pünktlich zum Gerichtstermin und machte Selfies.

Erst vor drei Wochen war der Rapper Maxwell, ebenfalls Mitglied von 187 Straßenbande, verurteilt worden. Das Amtsgericht St. Georg verhängte gegen ihn wegen Drogen- und Waffenbesitzes eine Geldstrafe von 20.000 Euro.

Weitere Informationen
Musiker und Rapper Maxwell raucht nach seinem Prozess vor dem Amtsgericht St.Georg und hält ein Bündel Geldscheine. © picture alliance/dpa/Pool/dpa Foto: Christian Charisius

Drogen und Waffen: 20.000 Euro Strafe für Rapper Maxwell

Ein Mitglied der Hamburger 187 Strassenbande muss eine Geldstrafe zahlen: Rapper Maxwell wurde vom Amtsgericht St. Georg verurteilt, weil bei ihm Drogen und Waffen gefunden worden waren. (02.06.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.06.2020 | 14:00 Uhr

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