Stand: 03.09.2019 06:48 Uhr

Pfandbecher mit Kiez-Promis gegen Plastikmüll

Pfandbecher verziert mit Kiezgrößen wie Hans Albers oder Olivia Jones sollen die Müllberge rund um die Hamburger Amüsiermeile Reeperbahn reduzieren. Die künstlerisch gestalteten 0,4-Liter-Mehrwegbecher aus dem Kunststoff Polypropylen werden seit Montag für ein halbes Jahr in sechs Gastronomien auf St. Pauli für den Außenbereich getestet. Weitere Betriebe sollen folgen.

Bedruckte Pfandbecher auf einer Bartheke.

Mit Pfandbechern gegen Kiez-Plastikmüll

Hamburg Journal -

Gastronomen, Politik und Brauereien wollen rund um die Reeperbahn den Plastikmüll reduzieren. Mit Kiezgrößen bedruckte Mehrwegbecher sollen hundertfach wiederverwendet werden.

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Jedes Wochenende das gleiche Bild: Überall rund um die Reeperbahn türmen sich Berge von leeren Einweg-Plastikbechern. Das ist unter anderem eine Folge des Glasflaschenverbots, das vor zehn Jahren auf dem Kiez eingeführt wurde. Lange habe man überlegt, wie man der Becherflut Herr werden könne, so Quartiersmanagerin Julia Staron, jetzt werde gehandelt. Man starte nun mit 30.000 Bechern. "Wir können nicht in die Glaskugel gucken, wir können nicht wissen, welche Herausforderungen auf uns zukommen", sagte Staron.

Hunderte Male wiederverwendbar

Das neue Mehrwegbecher-Konzept könne nicht nur zu einer höheren Akzeptanz und damit auch Wirksamkeit des bewährten Glasflaschenverbots beitragen, erklärte Innensenator Andy Grote (SPD) am Montag. Man könne damit auch der Plastikmüllflut etwas entgegensetzen. "Ich glaube, das ist keine besondere Erschwernis. Auf den Weihnachtsmärkten haben wir das ja schon länger", sagte Grote weiter. Die Becher können Hunderte Male gespült und wiederverwendet werden. Ausgediente Exemplare sollen zu 100 Prozent recycelt werden.

Ein Euro Pfand

Initiatoren sind die Astra Brauerei St. Pauli, die Interessengemeinschaft St. Pauli und die Klimapatenschaft GmbH. Die Becher haben ihren Angaben zufolge einen Pfandwert von einem Euro. Sie können in allen teilnehmenden Lokalitäten - die an einem Aktions-Aufkleber zu erkennen sind - zurückgegeben werden. Der Leiter des Bezirksamts Hamburg-Mitte, Falko Droßmann (SPD), begrüßte die Initiative, ist jedoch noch skeptisch. "Ich werbe dafür, dass wir zunächst einmal die sechsmonatige Pilotphase abwarten", sagte Droßmann. St. Pauli versinke nicht im Müll, aber alles was ökologisch besser sei und die Plastik-Wegwerfbecher eindämme, sei eine gute Idee.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 02.09.2019 | 19:30 Uhr

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