Stand: 31.08.2019 09:14 Uhr

NABU: Milliardenkosten für Köhlbrandquerung

Die Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen ist marode und muss bald ersetzt werden.

Die Umweltschutzorganisation NABU rechnet für eine neue Köhlbrandquerung mit noch höheren Kosten als die Stadt Hamburg. Wirtschaftsstaatsrat Torsten Sevecke hatte im Wirtschaftsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft angekündigt, dass der Preis für eine neue Brücke oder einen Tunnel aller Voraussicht nach bei über eine Milliarde Euro liegen werde.

Diese Summe überrasche ihn nicht, sagte Malte Siegert vom NABU. Er gehe davon aus, dass der Ersatzbau noch deutlich teurer werde und möglicherweise mehr als zwei Milliarden Euro koste. Der NABU fordert, dass Hamburg auf den Bau der parallel zur maroden Köhlbrandbrücke geplante Hafenautobahn A26 verzichtet.

Bund soll sich an Finanzierung beteiligen

Noch hat sich die Stadt nicht festgelegt, ob neben der alten, bald abrissreifen Köhlbrandbrücke eine neue Brücke oder ein Tunnel gebaut werden soll. Die Stadt hofft bei beiden Varianten darauf, dass sich der Bund an den Kosten beteiligt. Sevecke: "Wir sind mit dem Bund in guten Gesprächen über eine gemeinsame Finanzierung - wie seinerzeit bei der alten Köhlbrandbrücke." Allerdings stehe Hamburg dabei in Konkurrenz zu vielen anderen Kommunen, die auch marode Brücken haben - zum Beispiel am Rhein. Laut Sevecke steht die nächste Verhandlungsrunde über die Köhlbrandquerung mit dem Bund im September an.

Opposition fordert zeitnahe Entscheidung

Michael Kruse, Fraktionschef der oppositionellen FDP, fordert Tempo bei den Verhandlungen: "Hamburg gibt im Moment mehr Geld aus als sein muss, weil wir noch beide Varianten planen. Deswegen ist es für Hamburg wichtig, zeitnah eine Entscheidung herbeizuführen." Die Linke ist skeptisch, was die Finanzierung der Brücke angeht. "Beim Bund stapeln sich Finanzierungsanfragen zu großen Brückenprojekten aus ganz Deutschland," sagte der Abgeordnete Norbert Hackbusch. Da sei für Hamburg in nächster Zeit nicht viel zu erwarten.

Köhlbrandbrücke marode und zu niedrig

Die Köhlbrandbrücke muss ersetzt werden, weil sie in etwa zehn Jahren nur noch mit großem Aufwand instand gesetzt werden kann. Zudem ist die Brücke mittlerweile zu niedrig für die großen Conatinerschiffe der neuesten Generation. Sie können das modernste Hamburger Terminal in Altenwerder nicht anlaufen.

Tunnel gilt als bevorzugte Variante

Ein Tunnel unter dem Köhlbrand gilt sowohl bei der Hafenwirtschaft, der Hafenverwaltung als auch bei der Wirtschaftsbehörde als bevorzugte Variante. Auch die meisten Vertreter im Wirtschaftsauschuss sind parteiübergreifend für einen Tunnel. Ein Tunnel wäre aber auch deutlich teurer als eine neue Brücke.

Die Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen Die Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen soll einmal abgerissen werden

Die Animation zeigt, wie der Hamburger Hafen mit Köhlbrandbrücke aussieht und wie er ohne Köhlbrandbrücke aussehen könnte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 31.08.2019 | 07:00 Uhr

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