Melanie Leonhard: "Es geht darum, Kontakte zu vermeiden"

Stand: 29.10.2020 13:20 Uhr

Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat bei NDR 90,3 die zahlreichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens erläutert, die ab 2. November auch in Hamburg gelten.

Warum müssen Schwimmbäder und Saunen schließen, obwohl Chlor doch desinfizierend wirken kann? Warum müssen im November Kosmetikstudios zumachen, Friseursalons aber nicht? Die Fragestunde bei NDR 90,3 mit Hamburgs Gesundheitssenatorin Leonhard zeigt: Es gibt noch viele offene Fragen zu den Regelungen, die dafür sorgen sollen, dass im November die Infektionszahlen auch in Hamburg runtergehen.

Ziel: Zahl der Alltagskontakte klein halten

Leonhard hebt in ihren Antworten einen Punkt immer wieder hervor: Es gehe darum, die Zahl der Alltagskontakte klein zu halten. Deshalb seien zum Beispiel Schwimmbäder und Saunen betroffen. Auch wenn im Schwimmbecken geringe Infektionsgefahr bestehe, so träfen sich die Menschen in der Umkleidekabine. Solche Zusammentreffen sollten durch das jetzt beschlossene Verbot verhindert werden. Auch die Restaurants sollen aus diesem Grund nur noch außer Haus verkaufen, so Leonhard. Grundsätzlich gelte: Ihren täglichen Bedarf sollen alle Hamburgerinnen und Hamburger weiter decken können. Auch die Lieferdienste soll es weiter geben. Aber das, was sonst schön sei, sich etwa in Restaurants und Gaststätten und Bars zu treffen, "das müssen wir jetzt sehr hart für eine gewisse Zeit reduzieren".

Sozialsenatorin Melanie Leonhard ist zu Gast bei NDR 90,3 © NDR Foto: Anna Rüter

AUDIO: Hamburgs Gesundheitssenatorin erklärt Corona-Einschränkungen (20 Min)

Einschränkungen auch für Seniorentreffs

Eine Hamburgerin möchte wissen, wie es um die Seniorentreffs steht: Werden sie im November geschlossen? Offene Angebote wie gemeinsames Kaffeetrinken werde es nicht geben können, sagt dazu die Gesundheits- und Sozialsenatorin. Alle Beratungsgespräche sollen aber unter den gängigen Hygienevorschriften möglich sein. Wichtig sei ihr, ältere Menschen nicht so zu isolieren, dass sie keinen Kontakt mehr hätten. Besuche sind nach Ansicht Leonhards richtig und wichtig, wenn man dabei vorsichtig sei und auch ein bisschen Abstand halte.

Familienfeiern überdenken

Auch für Familientreffen gilt nach Aussage der Senatorin, dass Treffen mit bis zu zehn Personen aus nur zwei Haushalten stattfinden sollen. Einzige Ausnahme würden die Treffen von Eltern und Kindern bilden, also Verwandtschaftsverhältnisse in gerade Linie. Diese seien von der Begrenzung der Zahl der Haushalte ausgenommen, weil sonst Eltern zum Beispiel gezwungen wären, einzelne Kinder auszuladen. Doch nach Ansicht der Senatorin sollten sich alle auch bei den erlaubten Treffen fragen, ob sie im Moment wirklich notwendig seien.

Leonhard: Kinder brauchen Schule

Als wichtig sieht es Leonhard an, dass die Schule weiter stattfinde. Abgesehen vom hohen organisatorischen Aufwand des Homeschoolings für die Eltern habe das Frühjahr auch gezeigt, was man gar nicht für möglich gehalten hätte: "Den Kindern fehlt der Ort der Schule." Die Erfahrung sei, dass die Corona-Infektionen, die an Schulen bekannt würden, "ganz überwiegend außerhalb der Schule stattfanden".

Hoffen auf Erfolg der Maßnahmen

Was wünscht sich Leonhard für den November? "Am schönsten wäre, es, wenn es allen gelänge, ihre Kontakte so gut sie es können, zu reduzieren, sodass Ende November eine Situation herrscht, in der die Gesundheitsämter gut hinterherkommen", sagt sie und fügt hinzu: "Damit wir im Dezember das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels haben".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.10.2020 | 11:00 Uhr

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