Stand: 14.05.2019 20:24 Uhr

Kritik an Hamburgs Plänen für neue Konzerthalle

Der geplante Bau einer Konzerthalle für bis zu 5.000 Zuschauer neben dem künftigen Fernbahnhof Altona hat ein geteiltes Echo hervorgerufen. "Klar ist, dass Hamburg eine Halle für etwa 5.000 Besucher braucht", sagte FDP-Fraktionschef Michael Kruse. "Der Senat muss aber frühzeitig Investoren für die Realisierung suchen. Ein finanzielles Desaster wie bei der Elbphilharmonie darf sich nicht wiederholen." Altonas CDU-Bauexperte Sven Hielscher sagte, der Standort am Diebsteich sei gut, doch der Senat habe den Bezirk gar nicht informiert.

Alte Hallen auf einem 47.000 Quadratmeter großen Grundstück in der Nähe des S-Bahnhofes Diebsteich. © Screenshot NDR Hamburg Journal

Geplante Arena am Diebsteich stößt auf Kritik

Hamburg Journal -

Der Hamburger Senat will am Diebsteich eine Arena für bis zu 5.000 Zuschauer bauen lassen. Die Konzertveranstalter jubeln über die neuen Pläne - doch es gibt auch Kritik.

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Konzertveranstalter sehen neue Halle positiv

Die Stadt will wohl nicht selber bauen, sondern einen Investor für Bau und Betrieb suchen. Die Pläne der Stadt finde man natürlich super, sagte Christian Wiesmann vom Konzertveranstalter FKP Scorpio, der in Hamburg derzeit rund 400 Konzerte, Live-Shows, Comedy-Abende pro Jahr veranstalten. Als potentieller Mieter betrachte man aber auch eine zweite Halle der Hamburg-Messe als attraktiv.

Linke kritisiert das Vorgehen des Senats

Die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Linken, Heike Sudmann, kritisierte, dass der Senat die Bürger erst aufforderte, ihre Ideen für den neuen Bahnhof einzubringen, um ihnen nun "eine Musikhalle für 5.000 Besucher vor den Latz zu knallen". Der Senat müsse "dringend erklären, weshalb die Bürgerbeteiligung mit Füßen getreten wird und wie viele Musikhallen er außer an den bisher genannten Standorten Messehallen und Elbbrücken noch planen will".

Als Bausenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) bei einem Wohnungsbautermin am Dienstag zur Hallenplanung ihrer Behörde gefragt wurde, reagierte sie schmallippig. Schriftlich lässt sie später erklären, die Musikhalle stehe nicht in Konkurrenz zum Wohnungsbau. Wegen der Nähe zum geplanten Fernbahnhof und einem Industriegebiet.

Stadt suchte lange nach geeigneter Fläche

Seit Jahren sucht die Stadt nach einem Ort für Konzerte dieser Größenordnung. Direkt am S-Bahnhof Diebsteich, wo der neue Fernbahnhof Altona entstehen soll, ist die Stadt nun offenbar fündig geworden. Dort liegt ihr 47.000 Quadratmeter großes Grundstück, das die Stadt im Jahr 2017 dem Industriekonzern Thyssen-Krupp abkaufte.

Auf Nachfrage von NDR 90,3 erklärte Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD), nach langer Suche habe man "eine sehr gute Fläche gefunden". Damit werde die Musikstadt Hamburg für Bands aus aller Welt noch interessanter, so Brosda. Noch läuft die Rahmenplanung. In fünf Wochen will die Baubehörde der Öffentlichkeit den Entwurf vorlegen.

Behördenmitarbeiter verplapperte sich

Eigentlich sollten die Planungen für die Konzerthalle noch nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Der Grund: Erst in der vergangenen Woche hatten ähnliche Ideen für den Bau einer Veranstaltungshalle der Hamburg-Messe an der Sternschanze für Proteste gesorgt. Doch ein Vertreter der Baubehörde verplapperte sich bei einem Gespräch mit der Bürgerinitiative Prellbock Altona, den Gegnern der Altonaer Bahnhofsverlegung vom jetzigen Standort hin zum derzeit nur als S-Bahnhaltepunkt genutzten Bahnhof Diebsteich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.05.2019 | 20:00 Uhr

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