Stand: 13.04.2019 08:08 Uhr

Konzept der Grünen: Ohne Auto durch Hamburg

Die Hamburger Grünen wollen den Autoverkehr in Hamburg massiv verringern. Der Anteil der Autos soll nach ihrem Verkehrskonzept bis 2030 nur noch 20 Prozent betragen. Bisher liegt der Anteil des Autoverkehrs laut einer Studie bei etwa 36 Prozent. "Wir wollen, dass vier von fünf Wegen in Hamburg mit dem Umweltverbund zurückgelegt werden", sagte Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks dem Hamburg Journal. "Das heißt: zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem öffentlichen Nahverkehr."

Ausbau der Fahrradstadt und des Fußverkehrs

Dafür sollen mehr Fahrradstraßen, breitere Fußwege, größere Fußgängerzonen in den Nebenstraßen und geschützte Radstreifen gebaut werden. Auch die Fahrtakte im öffentlichen Nahverkehr wollen die Grünen verdichten. Hamburg soll damit sauberer, leiser und lebenswerter werden. Und - besonders im Hinblick auf Verkehrstote - auch sicherer.

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Ansage an künftige Koalitionspartner

Tjarks sieht das Konzept als Ansage an künftige Koalitionspartner und Wähler: "Wir arbeiten an der Verkehrswende, wir stehen für die Fahrradstadt Hamburg. Das ist ganz normal, dass man Programmatik vor der Wahl entwickelt. Darauf sollen ja die Wähler aufbauen, wenn sie uns wählen." Auf die Frage, wie sich Senioren fortbewegen sollen, verweist Tjarks auch auf Elektroräder. Zudem würden immer mehr Ältere ein Smartphone nutzen, um sich etwa Sammeltaxen zu rufen.

"Keine Kampfansage an Autofahrer"

Die Planungen der Grünen betreffen zunächst die innere Stadt im Ring 2 - vom Volksparkstadion über Eppendorf, Winterhude, Barmbek, Hamm, Rothenburgsort und die Hafencity bis nach Ottensen. All das ist laut Grünen-Fraktionschef Tjarks keine Kampfansage an die Autofahrer: "Jeder Mensch, der nicht Auto fährt in Hamburg, ermöglicht es anderen Autofahrern, zügiger und schneller durch den Verkehr zu kommen."

Parkplätze müssen weichen

Gleichwohl werde dadurch auch Parkraum verloren gehen, räumt Tjarks ein: "Diese Maßnahmen werden Parkplätze kosten, da sollte man auch nicht drum herum reden." Wie viele das sein könnten, blieb offen. Es gehe darum, die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu verbessern und dass sich bis 2030 rund 80 Prozent aller Hamburger zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Stadt bewegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.04.2019 | 19:30 Uhr

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